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Die New Yorker Repräsentantin eines Berliner Auktionshauses für die klassische Moderne wendet sich an den in New York ansässigen Autor eines
Buches über die Leidenschaft des Sammelns, das sie kürzlich gelesen hat, und kommt mit ihm wider Erwarten problemlos ins Gespräch. Diesem ersten Kontakt folgen im Lauf der nächsten sechs Jahre zahlreiche weitere. Aus der beruflichen Neugier wird eine Freundschaft. Und aus dem dabei gewonnenen Material, ergänzt um die Ergebnisse weiterer Interviews und aufwändiger Recherchen, wird ein sehr lesenswertes Buch.
Entsprechend der Logik einer Puppe in der Puppe ergeben sich beim Lesen dieser Biografie eines von Deutschen verfolgten deutschen Juden weitere Erzählungen: eine Geschichte intellektueller und künstlerischer Begegnungen und Entdeckungen im 20. Jahrhundert, ein Einblick in die psychoanalytische Ethnologie, in das Sammeln und Handeln mit Kunst und in die Reflexion darüber. Und eher zwischen den Zeilen die behutsame Schilderung einer lebenslangen Suche nach sich selbst.
Das Buch beginnt mit einem flotten doppelten Einstieg: mit der Anwesenheit der Autorin bei der Versteigerung von Muensterbergers Sammlung kurz nach seinem Tod im Jahr 2011 und ihrem Aufstieg zu seiner Wohnung in einem imposanten New Yorker Apartmenthaus anlässlich ihres ersten Besuches bei ihm. Sie war damals, 2005, Mitte 30, Warner (Werner) Muensterberger (W. M.) 92 Jahre alt. Es folgen sieben biografische Kapitel, in die ausführlichere Informationen über wichtige Beziehungspersonen von W. M. wie Eckart v. Sydow, Eduard von der Heydt und Geza Roheim eingearbeitet sind. Im Anhang finden sich sechs nachgelassene Kapitel aus einem geplanten Buch über berühmte Kunstfälscher, Anmerkungen, Personenregister und ein Verzeichnis ausgewählter Veröffentlichungen von W. M.
Trotz anfangs schwacher Faktenlage gelingt der Autorin eine nachvollziehbare Rekonstruktion der Kindheit von W. M. Auch die Schilderung seines Weges als Ethnologe mit über familiäre Kontakte früh geweckte