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Im schlimmsten Fall drückt Verehrung nichts aus als sich selbst, im besten Fall führt sie nicht zu affirmativer Überhöhung, sondern schließt scharfsinnige Kritik, stringente Argumentation und profundes Urteil mit ein. Kurt R. Eisslers hier versammelte Essays demonstrieren diese kritische Qualität von »liebender Verehrung«. Sie sind gekennzeichnet von akribischer Recherche, getragen von einem nie nachlassenden Staunen über die »Psychopathologie des kreativen Prozesses« und beseelt vom Bemühen, große Kunst wie singuläre wissenschaftliche Leistung nach den Bedingungen ihrer Entstehung zu befragen. Kein Zufall, dass »Genie«, dieses Mysterium des Kreativen, einer der Schlüsselbegriffe des vorliegenden Bandes ist.
Die Herausgeberin, die sich als »Verehrerin des Werkes von Eissler« bekennt, hat zwölf zwischen 1949 und 1982 entstandene Essays zusammengetragen, von denen acht hier erstmals auf Deutsch erscheinen. Zwar hätte man im Vorwort gerne mehr und Genaueres über den editorischen Zuschnitt der Ausgabe erfahren, auch über leitende Auswahlkriterien (warum etwa wurde der lange Aufsatz »Goethe and Science. A Contribution to the Psychology of Goethe's Psychosis« nicht aufgenommen?) oder über Eisslers umfangreiches »Kriegsmanuskript« - doch der Leser ist