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Das Konvolut der Brief-Originale lagert in der Library of Congress (LoC), Washington, D. C. (S. Freud-Papers).1 Bisher wurde nur ein kleiner Bruchteil davon veröffentlicht: Zwei Briefe sind in der von Ernst und Lucie Freud 1960 herausgegebenen Ausgabe ausgewählter Freud-Briefe enthalten. Sieben der 38 erhaltenen Schriftstücke aus dem Zeitraum von 1919 bis 1936 sind mit der Schreibmaschine aufgesetzt, der Rest wurde handschriftlich verfasst. Mit Ausnahme eines Briefes aus der Zeit nach Freuds Kontaktabbruch fehlen Vierecks Gegenbriefe; Freud hat sie vermutlich vernichtet.2 - Für eine ausführliche Kommentierung und Diskussion zentraler Motive des Briefwechsels siehe meinen Aufsatz zum Thema (Angeloch 2014).
George Sylvester Viereck wurde 1884 als Sohn eines Deutschen und einer Amerikanerin in München geboren. Sein Vater Louis war angeblich ein illegitimer Sohn Kaiser Wilhelms I. und der Schauspielerin Edwina Viereck. Ob diese Behauptung nur ein Familienmythos war, ist nicht geklärt; jedenfalls übernahm ein anderes Mitglied der Hohenzollern-Familie die Vaterschaft für Louis (Johnson , S. 8 f.; vgl. S. 122, Anm. 26). 1896/97 emigrierte Louis Viereck mit der Familie in die USA. Als Jugendlicher entwickelte George Sylvester eine Vorliebe für die romantische Poesie des 19. Jahrhunderts; ab 1898 veröffentlichte er auch eigene Gedichte. Von einigen Kritikern als »Wunderkind« gefeiert (Viereck 1931, S. 385-395), erlangte er einen kurzlebigen literarischen Ruhm. Zwischen 1907 und 1912, auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn als spätromantisch-epigonaler Dichter, wandte sich Viereck zunehmend der politischen Publizistik zu. Während des Ersten Weltkrieges wurde er in zahlreichen, teils auch von ihm selbst