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Als Einstieg in die Würdigung der umfangreichen Studie von Andreas Peglau mögen zwei Zitate dienen, die sozusagen in medias res führen. Auf dem Luzerner IPV-Kongress im Sommer 1934 gab der damalige IPV-Präsident Ernest Jones die folgende Einschätzung des Verhältnisses von Psychoanalyse und Politik zur öffentlichen Kenntnis:
Wir sehen wieder einmal, daß Politik und Wissenschaft sich nicht besser vermischen als Öl und Wasser. […] Der Meister unserer Schule, der […] von starken humanitären Wünschen für die Verbesserung des menschlichen Lebens bewegt ist, hat es trotzdem immer verstanden, diese getrennt von seiner wissenschaftlichen Arbeit zu halten, die deshalb nie in ihrer Reinheit gelitten hat. […] Es fehlt unter uns nicht an Zeichen der Ungeduld mit unseren sozialen Bedingungen und an Bestrebungen, zu ihrem Wechsel beizutragen. Es folgt aus dem eben Gesagten, daß jeder, der solchen Impulsen nachgibt, im selben Grad als Analytiker verliert. Und der Versuch, eigene soziale Ideen im Namen der Psychoanalyse zu verbreiten, heißt ihre wahre Natur fälschen, ist ein Mißbrauch der Psychoanalyse, den ich entschieden rügen und zurückweisen möchte.
Im selben Jahr kam Anna Freud, die von Wien aus als Sachwalterin der Interessen ihres Vaters fungierte, im Blick auf die politischen Verhältnisse im benachbarten Deutschland zu diesem Urteil:
Der Sachverhalt ist merkwürdig genug, daß die [NS-]Regierung niemals die Psychoanalyse angegriffen oder ihre Aktivitäten in irgendeiner Form eingeschränkt hat. Die 25 Mitglieder [der DPG], die gingen [d. h. Deutschland verließen], taten dies, weil sie Juden, nicht weil sie Analytiker waren.
Die zitierten Äußerungen umschreiben den Rahmen, innerhalb dessen sich jenes Drama der Psychoanalyse und ihrer wichtigsten Protagonisten abspielte, das Gegenstand der historiographischen Rekonstruktionsarbeit Andreas Peglaus ist.
Peglaus Buch, das als Berliner Dissertation entstand, kreist um die im Titel formulierte Frage, was es bedeutet, wenn eine Wissenschaft