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Eine schöne Idee: Melanie Klein anhand eines Beispiels mit Einblicken in das Werden ihrer Gedanken zu ehren. Man kann das Vorhaben von Jacqueline Rose, Professorin für Englisch in London, nur begrüßen - auch wenn es ähnliche Unternehmungen, entgegen ihrer Aussage, durchaus schon gegeben hat (z. B. Frank ; Hinshelwood ). Leider aber wird Rose ihrer Aufgabe nicht gerecht.
Der »intime Einblick« in Kleins Denk- und Schreibprozess soll durch das mit handschriftlichen Anmerkungen versehene und in Auszügen faksimilierte Manuskript zu ihrer Abhandlung »Über Identifizierung« gewonnen werden. So angelegt, wäre es ein - nicht zuletzt für Psychoanalytiker - spannendes Projekt gewesen, in dem Kleins Text über Julien Greens Roman Wenn ich du wäre aus einer anderen Fachperspektive hätte beleuchtet werden können. Rose wählte diesen Text, weil hier der Begriff der projektiven Identifizierung »seine umfassendste und interessanteste Ausarbeitung« (S. 11) gefunden habe. Und tatsächlich wollte Klein an dem Roman einige der vielfältigen Facetten ihres Konzepts illustrieren. Sie hatte 1952 bei der Überarbeitung ihres Artikels »Bemerkungen über einige schizoide Mechanismen« den Begriff der projektiven Identifizierung eingefügt - diese Feinheit vernachlässigt Rose (S. 14) -, den sie nun an einer Romanfigur veranschaulicht und damit ein Instrument zur genaueren Erfassung des Übertragungs-Gegenübertragungs-Geschehens in der analytischen Situation vorantrieb. In der Folgezeit wurde das Konzept weiter ausdifferenziert und erlangte eine Schlüsselrolle.
Ein Interesse für das Werden des Begriffs ist also mehr als berechtigt. Das mit »Working copy« überschriebene maschinenschriftliche Manuskript, das im vorliegenden Band auszugsweise abgebildet wird, scheint zur Teilhabe an diesem Prozess einzuladen. Und man liest Interessantes, da es sich um einen lesenswerten Artikel handelt, in dessen erstem Teil Klein ihre Vorstellungen über die komplexen introjektiven und projektiven Vorgänge der Identifizieru