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Anlässlich Lacans dreißigsten Todestags im März 2011 haben beide Autoren des vorliegenden Buches sich zu Gesprächen über die Aktualität von Lacan getroffen. Beide brauchen eigentlich nicht vorgestellt zu werden. Alain Badiou (B.) ist ein französischer, marxistisch bzw. kommunistisch orientierter Philosoph, Professor in Paris VII, Direktor an der École des Hautes Études und der zur Zeit wohl bekannteste französische Intellektuelle. In letzter Zeit hat er mehrere Werke über Lacan veröffentlicht, darunter das mit Barbara Cassin verfasste, auch auf Deutsch erschienene Buch: Es gibt keinen Geschlechtsverkehr: Zwei Lacanlektüren . Élisabeth Roudinesco (R.) ist gewissermassen die »Madame Psychanalyse« in Frankreich, wo sie nicht nur eine wichtige Biographie Lacans und eine Geschichte der Psychoanalyse geschrieben hat, die in viele Sprachen übersetzt sind, sondern auch immer wieder und mit viel Engagement zu Fragen der Psychoanalyse in Medien Stellung bezieht.
In einem ersten Teil wird das Gespräch von Mitarbeitern des Philosophie Magazine geleitet. B. und R. situieren sich zu Lacan und berichten über ihre Kontakte zu ihm; Letztere bezeichnet ihn als Denker der Sprache (S. 14), für Ersteren, der nie eine Psychoanalyse gemacht hat, war er ein Denker allerersten Ranges (S. 19). Er zeigt den Schritt auf, mit dem Lacan sich von der subjektzentrierten, auf Wahrnehmung und Reflexion gestützten französischen Phänomenologie absetzte und das Subjekt als von einer irreflexiven transindividuellen Struktur abhängig konzipierte, von dem Unbewussten, das für Lacan gänzlich von der Sprache abhängt (S. 22). In den Interventionen der Gesprächspartner werden interessante Einzelheiten der politischen Szene im Paris der sechziger und siebziger Jahre aufgezeigt und Lacans Denken in diesen Kontext gestellt (»Lacan erscheint mir auf politischer Ebene als ein aufgeklärter Konservativer, nach dem Beispiel Freuds.« - »Es gibt bei Lacan eine Koexistenz von unleugbaren konservativen Schichten und von E