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Am 11. Oktober 1913 wurde unweit des Bodenseeufers gegenüber der Insel Reichenau die »Großherzoglich Badische Heil- und Pflegeanstalt bei Konstanz« feierlich eröffnet. Das hier besprochene Buch bilanziert in 18 Beiträgen deren wechselvolle Geschichte. Es handelt sich nicht um einen historischen Sammelband
im engeren Sinne, sondern zugleich um eine Jubiläumsschrift, weswegen sechs Grußworte aufgenommen worden sind, abschließend mit Gerhard Dammann, dem Ärztlichen Direktor der Psychiatrischen Klinik im schweizerischen Münsterlingen. In dessen Grußwort, das den Charakter eines historischen Beitrags hat, wird auf die gemeinsame Geschichte beider Einrichtungen eingegangen. Dammann bilanziert, dass trotz der kurzen Distanz von wenigen Kilometern das Verhältnis zwar traditionell gut, aber der Kontakt »immer etwas sporadisch« geblieben sei (S. 27). Dem Umstand einer Jubiläumsschrift ist es auch geschuldet, dass der Darstellung der Versorgungsstrukturen des heutigen Zentrums für Psychiatrie Reichenau (ZfP) anteilig viel Raum gegeben wird. Der Spagat zwischen einer reflektierten historisch-kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und der Verortung des heutigen Unternehmens in der psychiatrischen Versorgungslandschaft des 21. Jahrhunderts ist den Reichenauer Herausgebern im Großen und Ganzen gut gelungen. Als Herausgeber fungieren Hans-Jürgen Seelos, zur Zeit der Drucklegung des Bandes Geschäftsführer des ZfP (im Juni 2013 völlig unerwartet verstorben), sowie Klaus Hoffmann, Medizinischer Direktor der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie.
Im Folgenden werden die drei zentralen historischen Beiträge besprochen. Über die ersten 20 Jahre der Existenz der Klinik schreibt Klaus Hoffmann. Er geht in seinem Beitrag zur Gründungsgeschichte ausführlich auf Karl Wilmanns ein, der als Begründer der Heidelberger Schule für Psychopathologie international bekannt wurde und der in den Jahren 1917-1918 als Anstaltsdirektor amtierte (vgl. Mundt et al. ). Berei