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Am 3.-4. April 2014 fand an der Princeton University eine Tagung statt mit dem Titel »The Eitingons, Revisited«.1 Wie der Plural schon andeutet, ging es dabei um den Psychoanalytiker Max und um Leonid (Naum) Eitingon, den Organisator der Ermordung Trotzkis. Die beiden waren nicht nur Namens-, sondern wahrscheinlich auch leibliche Vettern in irgendeinem entfernteren Grad. Dieses Faktum, verbunden mit der in rezenten Arbeiten wiederholten, aber nach wie vor bodenlosen Spekulation, Max Eitingon habe selbst dem sowjetischen Geheimdienst zugearbeitet, gab dem Thema offenbar genügend Aktualität und Würze. In Princeton freilich bestätigte sich, dass der Namensplural zwei Geschichten zusammenkoppelte, die in der Substanz nichts miteinander zu tun haben. Sei's drum: Drei Referenten aus Israel hatten wirklich Neues über Max Eitingon - und seine Frau Mirra - zu erzählen. Im Themenschwerpunkt dieses Hefts werden ihre Beiträge mit neuen Arbeiten aus Deutschland vereint. So hat sich die Absicht des Veranstalters der Tagung, Rubén Gallo, Forscherkollegen in fruchtbaren Kontakt miteinander zu bringen, im kleineren Maßstab doch erfüllt, was hier dankbar zu vermerken ist.
Sehr erhellend sind die Befunde über Mirra Eitingon, die Isabella Ginor und Gideon Remez vorlegen - zumal für Leser, die wissen, wie wenig über Mirra noch vor 10-15 Jahren bekannt war. Wo damals Leere herrschte, entfaltet sich jetzt ein reiches Leben mit tragischen Aspekten: zwei frühere Ehen, eine steile Schauspielerkarriere, die abbrach, Depressionen, ein Sohn verstorben, ein zweiter für die Mutter so gut wie verschollen, weil er als führender sowjetischer Kernphysiker der Geheimhaltung unterlag. Und eine große Liebe zwischen ihr und Max, die dessen notorischen Hang zur »Polygamie« ins Reich der Legende zu verweisen scheint. - Die Verführungskraft, die er gleichwohl für Frauen hatte, als hilfreicher und verständnisvoller Freund, wird durch seine Beziehung zu Lou Andreas-Salomé bezeugt, die Inge Weber anhand der (pa