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Der Autor der beiden zu besprechenden Bücher, Guido Liebermann, lebt und arbeitet in der Nähe von Tel Aviv. Er ist Psychoanalytiker und Mitglied der Société de Psychanalyse Freudienne. Zur Zeit arbeitet er als klinischer Psychologe am psychiatrischen Universitätsspital von Bat-Yam. Seine Eltern waren aus Deutschland und aus der Ukraine nach Argentinien emigriert. Er selbst hatte Argentinien als Jugendlicher nach der Machtergreifung Videlas verlassen und war in einen Kibbuz nach Israel gegangen. Seine Ausbildung zum Psychoanalytiker absolvierte er in Paris. Das Buch La psychanalyse en Palestine ist aus einer 2006 abgeschlossenen Doktorarbeit bei Élisabeth Roudinesco hervorgegangen, die dem Buch auch ein ausführliches Vorwort vorangestellt hat.
Ein erster Bericht über die Psychoanalyse in Palästina findet sich 1924 in der Internationalen Zeitschrift für Psychoanalyse, vermutlich aus der Feder von Dorian Feigenbaum. Dieser sei 1920 »zur ärztlichen Leitung an die Irrenanstalt, Ezrah Nashim’ in Jerusalem« berufen worden, wo man versucht habe, auch psychoanalytisch zu arbeiten. Mit Unterstützung des Londoner Analytikers Montague David Eder, der damals in politischer Mission ebenfalls in Palästina war, sei es 1922 zur Gründung eines kleinen Kreises von psychoanalytisch Interessierten gekommen. Hingewiesen wird auch auf die psychoanalytischpädagogische Tätigkeit von Feigenbaum und Grete Obernik-Reiner. Feigenbaums einschlägige Vorträge seien auf erbitterten Widerstand gestoßen. Der Bericht schließt mit dem Resümee, »daß der analytische Praktiker in Palästina, der einerseits um Positives schwer zu kämpfen hat, sich andererseits dort, wo - wie in den Kreisen der jungen Immigranten - viel zu leicht importierte und modeartig vulgarisierte ›Psychoanalyse‹ unverkennbaren Schaden stiftet, genötigt sieht, klärend: hemmend einzugreifen«. Und: »trotz dieser ersten kleinen psychoanalytischen Anfänge in Jerusalem muß gesagt werden, daß die Aussichten für die Zukunft derzeit noch trübe s