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Der Titel dieser jüngsten Publikation von Stroeken, der den Lesern von LUZIFER-AMOR durch seine biografischen Beiträge - sie erscheinen hier in revidierter Fassung — bekannt ist und heute als der beste Kenner der Geschichte der holländischen Psychoanalyse gilt, lautet auf Deutsch: »Eine Entwicklungsgeschichte der Psychoanalyse. Seelische Gesundheitsfürsorge in den Niederlanden um den Zweiten Weltkrieg«. Das Buch, das die einschlägigen früheren Arbeiten von Bulhof , Brinkgreve und Stroeken selbst aktualisiert und ergänzt, hätte aber auch gut »Eine Geschichte der Psychoanalyse in den Niederlanden« heißen können. Es bietet einen Überblick über eine Entwicklung von 100 Jahren, bis zu den gegenwärtigen mühsamen Versuchen, eine Kooperation oder gar Fusion zwischen den drei (!) Analytikergruppen zustandezubringen, und verbindet dabei Institutionsgeschichte und Biografik, mit Schwerpunkt in den Jahren 1933-1947.
Stroeken war Professor für Religionsgeschichte, hat viel publiziert und immer auch als Analytiker praktiziert. Als Historiker zeigt er sich um Distanz und Objektivität bemüht. Er hat seit 1996 viele Gespräche mit Verwandten und Nachkommen der Gründerväter und mit Zeitzeugen geführt, mit vielen anderen Informanten korrespondiert und hat somit neues Datenmaterial zu bieten. Sieben prominente Analytiker werden in Einzelkapiteln biografisch dargestellt: die Holländer van Ophuijsen, van der Hoop, Westerman Holstijn und van der Waals sowie die Deutschen Watermann, Landauer und Levy-Suhl, die alle drei einen tragischen Tod erlitten, zwei von ihnen in den Lagern der Nazis.
Die Geschichte der niederländischen Psychoanalyse fing damit an, dass Patienten oder Lehranalysanden — die Grenze ist fließend - nach Wien, später auch nach Berlin kamen, um sich bei Freud oder seinen ersten Schülern analysieren zu lassen. Stroeken hat eine wohl ziemlich vollständige Liste von etwa 20 Personen — unter ihnen van Emden, Loe Kann und Jeanne Lampl-de Groot — zu Tage gefördert. Danach verbreit