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Der Themenschwerpunkt des hier angezeigten Bandes wird mit dem Nachdruck des Vortrags »Über die sozialen und wissenschaftlichen Verpflichtungen des Psychoanalytikers« eröffnet, den Willi Hoffer am 9. September 1960 anlässlich der Zehnjahrfeier der DPV gehalten hatte. Die Einladung dazu ist wohl als Anerkennung der Verdienste Hoffers für den Wiederaufbau der Vereinigung während der Nachkriegsjahre zu verstehen. Der Nachdruck ist aber nicht nur aus historischen Gründen zu begrüßen. Hoffer, der über die Ausbildung zum Psychoanalytiker, über Psychoanalyse als Methode zur Behandlung seelischer Leidenszustände und über Psychoanalyse als Wissenschaft sprach, entwarf damals ein Zukunftsprogramm, das nichts von seiner Bedeutung und Aktualität verloren hat.
Er ging davon aus, dass die Psychoanalyse zur alten Wahrheit, dass der Mensch mit einer einzigartigen und eigenartigen Vernunft ausgestattet sei, eine andere Wahrheit hinzugefügt habe, nämlich, dass er von frühester Kindheit an sein Leben lang an der Lösung innerer Konflikte arbeite, die gegen die Vernunft wirksam seien. Die Aufgabe des Psychoanalytikers sei es, sich in dieses seiner Natur nach unerforschbare Kräftespiel einzuschalten und gemeinsam mit dem Patienten den Konflikt in Richtung eines hypothetischen Normalzustands zu modifizieren. Der seelische Konflikt und das daraus entstehende Leid lasse sich nicht »beseitigen«, es sei nur möglich, seine Auswirkungen quantitativ zu beeinflussen und in günstigen Fällen Wachstums- und Reifungsprozesse zu