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In den Jubiläumsjahren 1998 und 2008 gab es viele Versuche einer Bewertung der 1968er Studentenbewegung. Die Kinderläden spielten dabei kaum eine Rolle. Strittig bleibt bisher, inwieweit die Kinderläden der ersten Generation die gesellschaftlichen Erziehungsziele, die Regeln des familiären Zusammenlebens, die Auflösung der Geschlechterrollenstereotypen, die Struktur pädagogischer Institutionen, die Durchsetzung von Krabbelgruppen als familienergänzende Erziehungseinrichtung in Deutschland nachdrücklich beeinflusst haben.
Es ist deshalb hilfreich, dass die Professorin für Sozialpädagogik, Wilma Aden-Grossmann, die Biographie von Monika Seifert (1932-2002), der »Mutter der antiautoritären Kinderläden«, wie Oskar Negt sie nannte, veröffentlicht hat. Das Buch basiert nicht nur auf einer langen Freundschaft der Biographin mit Seifert, sondern auch auf einem gründlichen Archiv- und Quellenstudium. Dabei stützt es sich auf Vorarbeiten von Heide Berndt zur Erforschung der ersten Kinderläden, die durch deren frühen Tod nicht abgeschlossen werden konnten.
Aden-Grossmann stellt dar, wie weit die Entstehung des ersten Kinderladens auf Traditionen der Psychoanalyse und der psychoanalytischen Pädagogik zurückgeht. Monika Seifert war die Tochter der beiden Analytiker Alexander und Melitta Mitscherlich. Wichtig für ihre weitere Entwicklung wurde ihr Studium bei Adorno in Frankfurt. Sie arbeitete am Institut für Sozialforschung und setzte sich in ihrer Diplomarbeit mit den Ursachen für die Entstehung autoritärer Charakterstrukturen auseinander. Ab 1965 engagierte sie sich im SDS und wurde die einzige Frau im Beirat des Bundesvorstandes des SDS. Als sie am 20. November 1964 ihre Tochter Anna zur Welt brachte, war vorgegeben, dass sie sich für eine neue psychoanalytische und antiautoritäre Erziehung engagieren würde.
Seifert beschäftigte sich schon früh mit Wilhelm Reichs Theorie der Selbstregulierung der kindlichen Bedürfnisse und mit Nelly Wolfheims Theorie eines psychoanalytischen Kin