You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
In seinen Lebenserinnerungen erwähnt Vladimir Nabokov als ein »hervorstechendes Merkmal« des russischen Emigrantendaseins die Häufigkeit literarischer Lesungen »bei Privatleuten oder in gemieteten Sälen«. Eine Kategorie der Vortragenden beschreibt er mit Worten, die man auf Mirra Eitingon beziehen möchte: »Etwa die welke Schauspielerin mit den Edelsteinaugen, die einen Augenblick lang ein zusammengeknülltes Taschentuch an ihren fiebernden Mund drückte und dann anfing, sehnsüchtige Echos des Moskauer Künstler-Theaters heraufzurufen, indem sie irgendeine berühmte Dichtung mit ihrer langsamen, klaren Stimme halb sezierte und halb liebkoste.«
Lesefrucht von Ludger M. Hermanns aus V. Nabokov: Erinnerung, sprich. Wiedersehen mit einer Autobiographie. Reinbek (Rowohlt TB) 1999, S. 383.