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Zusammenfassung: In den 1950er und 1960er Jahren nahmen Edith Jacobson und Herbert Rosenfeld mehrfach kritisch aufeinander Bezug. Ausgehend von Jacobsons Vortrag auf dem Londoner IPV-Kongress von 1953, wo sie über psychotische Identifikationen sprach, nahm diese sehr respektvoll ausgetragene Debatte über zwanzig Jahre ihren Lauf. Im Kern ging die Kontroverse um die Behandlungstechnik: Obwohl Rosenfeld und Jacobson im Wesentlichen in der Frage der zentralen Bedeutung der projektiven Identifizierung übereinstimmen, hält Jacobson die Deutung der projektiven Identifizierung in der Behandlungssituation für falsch. Im Gegensatz zu Rosenfeld betont sie den Abwehrcharakter der projektiven Identifizierung gegen die Psychose, während Rosenfeld sie als deren Symptom begreift, dessen Deutung überhaupt erst eine Veränderung der konkretistischen Projektionen ermöglicht. Darüber hinaus verstehe ich diesen klinischen Dialog als implizite Diskussion über den Aufstieg und Erfolg des Nationalsozialismus und die Macht destruktiver Projektion, die in der Vernichtung des europäischen Judentums zu sich selbst kam.
Summary: In the 1950's and 1960's Edith Jacobson and Herbert Rosenfeld commented critically on one another's work. Beginning with Jacobson's paper on psychotic identifications