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Nach 28 Jahren könnte man fast daran denken, auch einmal die Geschichte dieses Symposions zu schreiben. Michael Schröter als Organisator hatte wohl diese zeitliche Dimension im Sinn, als er in der Schlussbesprechung die Frage aufwarf, ob sich vielleicht eine gewisse Routine eingeschlichen habe. Bisher jedoch hat das »Konzept der Wundertüte«, wonach das Tagungsprogramm fast unbesehen aufgrund der Reihenfolge der eingehenden Vortragsanmeldungen gestaltet wird, eine Routine wirksam verhindert. Das einzig Erwartbare bleiben die Überraschungen.
Diana Rosdolsky (Wien) sprach über den Briefwechsel zwischen Paul und Ernst Federn. Meist geht es darin um Politik, Marxismus und Persönliches, aber Vater und Sohn schrieben sich auch über psychoanalytische Themen, vor allem über die Arbeit mit Träumen und die Ich-Psychologie. Zu beiden Bereichen hatte Paul Federn einen ganz eigenen Zugang erarbeitet, wobei er dem Unbewussten als einem Fundus »wohl und tief geordneten Wissens« großes Vertrauen entgegenbrachte. In der Diskussion wurde irritiert vermerkt, dass Ernst Federns 7-jährige Inhaftierung im KZ Buchenwald in den Briefen keine Erwähnung fand.
Michael Giefer (Bad Homburg) behandelte die erhaltene Chronik von 1916-1918, in der Freud persönliche, berufliche und auch politische Vorkommnisse verzeichnete. Ins Zentrum stellte er die Gedanken und Gefühle zum Kriegsgeschehen, in das Freuds drei Söhne verwickelt waren. Der Vater schwankte zwischen Sorge, Stolz und auch Neid, wie ein Traum zeigt, der in die 5. Auflage der Traumdeutung einging. Die abgewehrten Todeswünsche gegen die eigenen Kinder, die ihn damals bewegten, geben dem Ödipuskomplex einen wichtigen zusätzlichen Aspekt. -
Peter Ebner (Wien) beleuchtete anhand mehrerer Stammbäume die Verwandtschaftsbeziehungen zwischen den Familien Bernays, Pappenheim, Freud, Breuer und Hammerschlag. So war zum Beispiel Freuds Frau Martha Bernays entfernt verwandt mit Breuers berühmter Patientin Bertha Pappenheim.
Marina d'Angelo (Stuttgart) bra