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»Gewalttätigkeit verstehen«. Zum 100. Geburtstag des Psychoanalytikers und psychoanalytischen Sozialarbeiters Ernst Federn, herausgegeben von Roland Kaufhold und Galina Hristeva, Psychoanalyse - Texte zur Sozialforschung, Jg. 18, Heft 2/2014, 369 Seiten, 12 Euro.
Am 26. August 2014 wäre der 2007 verstorbene Psychoanalytiker Ernst Federn 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass sind mehrere Publikationen (wieder-)veröffentlicht worden.
Eine der Neuerscheinungen ist das Büchlein Ernst Federn. Anmerkungen zu einem Überlebenden. Es basiert auf einer Vorlesung, die der Psychoanalytiker Peter Theiss-Abendroth 2013 an der Hochschule Mannheim gehalten hat.
Als Legitimation »einer weiteren Darstellung über Federns Leben und Werk« gibt der Autor an, Federns »Bild in der biografischen Rezeption« habe »eine merkwürdige Fragmentierung erfahren. Die einen sehen ihn als Opfer der NS-Diktatur […]. Andere betrachten ihn als Zeitzeugen und Chronisten der Psychoanalyse […]. Und schließlich gilt er als einer der Protagonisten der sozialen Arbeit […]. All dies trifft auf Federn zu und verfehlt ihn zugleich, weil es ihm in seinem wichtigsten Anliegen und seiner größten Fähigkeit, nämlich jener der Integration, menschlich wie intellektuell, nicht gerecht wird.«
Das damit gegebene Versprechen, eine dieser Spezifik Federns in neuer Qualität gerecht werdende Biografie vorzulegen, löst der Autor jedoch nicht ein. Auch er tut das, was sich bei Federns Lebenslauf anbietet: Die einzelnen, teils durch tiefe Einschnitte (Inhaftierung im KZ »Buchenwald«, Emigration in die USA , Rückkehr nach Österreich 24 Jahre danach) gekennzeichneten Stationen chronologisch zu schildern. Das ist flüssig geschrieben und inhaltlich korrekt. Gegenüber bereits vorhandenen, weit ausführlicheren biographischen Arbeiten zu Federn vor allem von Roland Kaufftold - denen Theiss-Abendroth übrigens zu Unrecht »Fragmentierung« unterstellt -, entsteht dabei allerdings kein zusätzlicher Informationsgewinn. Das Buch von Theiss-A