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Vor 90 Jahren schickte sich Sigmund Freud an, für die Präsentation der Wirklichkeit der Psychoanalyse als Krankheitslehre und Therapie sowie
als Psychologie und Kulturtheorie in der wissenschaftlichen und kulturellen Öffentlichkeit ein richtiges »Mengungsverhältnis zwischen subjektiver und objektiver Darstellung, zwischen biographischem und historischem Interesse zu finden« (Freud , GW, 14, S. 34). Das Ziel griff Ludger Hermanns vor 23 Jahren wieder auf. Nun liegt der zehnte Band der von ihm herausgegebenen »Psychoanalyse in Selbstdarstellungen« vor. Fünf neue Beiträge sind hinzugekommen: »Mein Weg« von Anita Eckstaedt; »Mein Weg als Psychoanalytiker in der Psychiatrie, Psychosomatischen Medizin, Psychotherapie, Universität und Berufspolitik« von Paul L. Janssen; »Umwege meines Lebens« von Peter J. Loewenberg; »Das Dorf und die Welt. Mein Weg zur Psychoanalyse« von Hildegard Munzinger-Bornhuse; »Konflikt und Versöhnung« von Anne-Marie Sandler. Sie lassen den Originalschatz der namhaftesten und einflussreichsten zeitgenössischen Psychoanalytiker, Wissenschaftler und Berufspolitiker auf die Zahl von 57 Abhandlungen von je durchschnittlich 30-50 Seiten anwachsen.
Aus anfänglichen Einzeldarstellungen ist ein umfangreiches kulturelles Nachschlage- und Gedächtniswerk geworden. Nicht etwa ein Wörterbuch der Psychoanalyse. Auch kein biographisches Lexikon über Psychoanalytiker, also nichts aus zweiter Hand und gewichtend-retrospektiv über Psychoanalytiker und über ihre Werke. Sie schreiben selber authentisch und gleichsam in Echtzeit über Wörter, Begriffe, Werke, Namen, Schulen, Theorie- und Praxisentwicklungen, Rezeptionen, Schicksale und Folgen. Sie geben zeitnahe Auskünfte über die Entwicklung der Psychoanalyse vom ehemaligen Common Ground der Es-Ich-Analyse der vierziger Jahren zur zeitgenössischen pluralistischen Psychoanalyse mit ihrem unermesslichen Bestand an expliziten und impliziten Beobachtungs-, Empirie- und Theoriebeständen. Vor allem zeigen sie auch sich neu