You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Diese Reihe Freud'scher Werke möchte von interdisziplinären Fragestellungen und Erkenntnissen her die Bedeutung des jeweiligen Beitrags für die heutige psychische Konstitution der Einzelnen und der Kultur herausstellen.
Im Begleittext zu den Drei Abhandlungen versuchen dies unter dem Titel »Hysterie, Sexualität und Psychiatrie« zwei der Herausgeber, Ph. van Haute, Philosophischer Anthropologe, und H. Westerink, Religionsphilosoph. Ihre »Relektüre der ersten Ausgabe« soll die Eigenart der Konzeption von 1905 gegenüber zeitgenössischen Auffassungen, aber auch gegenüber den späteren Überarbeitungen hervortreten lassen.
Eingangs unterstreichen die Autoren einige der Brüche, die Freuds drei Abhandlungen über »Die sexuellen Abirrungen«, »Die infantile Sexualität« und »Die Umgestaltungen der Pubertät« im Panorama der damaligen psychiatrischen, neurologischen und sexualwissenschaftlichen Diskurse über Sexualität, Perversion und Pathologie vollziehen. Während die in verschiedener Hinsicht verdienstvollen Vorarbeiten von R. v. Krafft-Ebing, H. Ellis, A. Moll, I. Bloch und M. Hirschfeld sich normativ an der Funktionalität menschlicher (Um-)Triebe für den Zweck der Fortpflanzung orientieren, untersucht Freud vorurteilslos die Vielfalt an Variationen im menschlichen Sexualleben (S. 18). Er findet dabei Abweichungen bezüglich der Sexualziele, d. h. der Weise, auf die eine Triebregung sich befriedigt,