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Sigmund Freud gilt in der Psychiatrie- und Psychoanalysegeschichte zu Recht als wesentlicher Brückenbauer zwischen traditionellen Heilmethoden, insbesondere der Suggestion, und naturwissenschaftlichen Ansätzen. Psychologische, auch aus heutiger Sicht als esoterisch bezeichnete Erklärungen nahm er ernst und baute sie in sein System wissenschaftlicher Erklärungen von Gesundheit und Krankheit ein. Dass er in der Berliner Aufklärung interessante Vordenker hatte, zeigt der vorliegende Band mit ausgewählten Aufsätzen aus dem von dem Schriftsteller und Pädagogen Carl Philipp Moritz begründeten und zwischen 1783 und 1793 herausgegebenen Magazin zur Erfahrungsseelenheilkunde als ein Lesebuch für Gelehrte und Ungelehrte.
Die zeitliche Parallelität zur Französischen Revolution und ihren großen politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen wird in den Texten nur indirekt spürbar, deutlich hingegen die damit historisch eng vernetzte Fokussierung auf subjektives Erleben überwiegend bildungsbürgerlicher Protagonistinnen und Protagonisten zumeist jüdischer und protestantischer Provenienz aus Theologie, Philosophie, Justiz und Medizin. Bis heute bekannte Autoren des Magazins sind der Philosoph und führende Vertreter der Berliner