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In den 1970er Jahren hatte Alfred Lorenzer damit begonnen, die Auseinandersetzung mit Jacques Lacan zu suchen. Ob Lacan selbst hierzu jemals Stellung beziehungsweise überhaupt hiervon Notiz genommen hat, ist bis dato nicht überliefert. Anderen sollte es obliegen, nachträglich stellvertretend den Versuch zu
unternehmen, »die zwei letzten großen Sprachtheoretiker der Freud'schen Psychoanalyse miteinander ins Gespräch zu bringen« (S. 7). Der im Januar 2016 von Robert Heim und Emilio Modena herausgegebene Tagungsband Jacques Lacan trifft Alfred Lorenzer. Über das Unbewusste und die Sprache, den Trieb und das Begehren versammelt neben einem »Vorwort« Modenas sieben profunde Aufsätze zum Thema. Dabei lässt die Dramaturgie des avisierten Gesprächs eine Art Dreischritt aus separierten theoretischen Grundlagen, Kritik und vorbereitenden Maßnahmen zur Dekonstruktion erkennen, auch wenn besagte Dramaturgie de facto nicht exakt der inhaltlichen Chronologie des Tagungsbandes entspricht.
Peter Widmer beschäftigt sich ausschließlich mit dem Lacan'schen Sprachspiel als Diskurs. Lacans Algebra der Psychoanalyse. Über Exkurse zu Descartes und Hegel erläutert der Autor das formale »Primat des Signifikanten«, die unbewussten Manifestationen in Metonymie und Metapher und rekonstruiert die vier respektive fünf Diskurstypen Lacans, die dieser im Zuge seiner späten Seminare differenziert hatte. Indes sind es im Folgenden weniger die Namen Descartes und Hegel, die in den Mittelpunkt des theoretischen oder praktischen Interesses rücken, sondern Goethes Wahlverwandtschaften. »Es sind die Namen«, so Marianne Schuller in ihrem Beitrag über Goethes »bestes Buch«, »in denen das Bauprinzip des Romans versteckt ist und zugleich zur Dechiffrierung auffordert« (S. 70). Und dieses Bauprinzip, welches den Protagonisten, den Subjekten schicksalhaft eingeschrieben verbleibt, sei nun einmal mehr kein anderes als die »Suprematie des Signifikanten« nach Lacan. »Sofern der Roman den Mangel entbindet, ohne d