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Im September 2013 lief der Film Jimmy P. Psychotherapy of a Plains Indian, eine französisch-US-amerikanische Koproduktion, in den französischen Kinos an, nachdem er in Cannes bei den Filmfestspielen gezeigt worden war.1 Der Film beruht auf einem authentischen Fall. Geschildert wird die psychotherapeutische Behandlung eines Schwarzfußindianers, der als Soldat schwer verletzt und traumatisiert worden war, im Winter Veterans Hospital in Topeka (USA) im Jahre 1948. Da die Symptomatik sehr komplex und persistent war, auch nachdem keine erkennbaren körperlichen Ursachen mehr infrage kamen, zog man einen Therapeuten hinzu, der als Ethnologe mit anderen Indianerstämmen vertraut war.
Als einige Psychoanalytiker der Psychoanalytischen Gesellschaft von Paris (SPP) den Film sahen, stellten sie fest, dass der Therapeut, der dem Indianer helfen konnte, George Devereux war.2 Devereux war von 1963 bis zu seinem Tod 1985 ein Mitglied der SPP. Psychoanalytiker der Gesellschaft haben unter dem Eindruck des Films im Oktober 2013 ein Colloquium zu seinen Ehren veranstaltet. Die Beiträge wurden im folgenden Jahr als Buch veröffentlicht.3 Es ist eine in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerte Veröffentlichung, an die es sich lohnt anzuknüpfen. Zunächst weil sie wieder auf Devereux aufmerksam macht. Er ist zwar auch in Frankreich durchaus bekannt, hat dort aber weniger Anerkennung gefunden als in Deutschland.4 Die Anerkennung galt jedoch hier wie dort Devereux als Pionier der Ethnopsychiatrie bzw. der Ethnopsychoanalyse, wie er seine wissenschaftliche Position lieber bezeichnete. In den Colloquiumsbeiträgen gilt das Interesse nun vor allem dem Psychoanalytiker Devereux. Das macht sie besonders interessant - nicht zuletzt deswegen, weil hier mehrere Autoren verdeutlichen, dass dieser Kollege in ihrer Gesellschaft zu seinen Lebzeiten in seiner Bedeutung gar nicht erkannt wurde. Als er 1963 nach 30 Jahren in den USA nach Paris kam, waren es nicht Psychoanalytiker, die ihn geholt hatten, sondern bez