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Der 13. Band der Reihe »Medizin und Judentum« dokumentiert eine Tagung vom September 2015 in Dresden, bei der das Schicksal jüdischer Ärztinnen, Psychologinnen und Sozialarbeiterinnen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt stand. Von den zwölf Beiträgen befassen sich fünf mit einzelnen Psychoanalytikerinnen: Sabina Spielrein (Inge Stephan), Margarethe Hilferding-Hönigsberg (Eveline List), Frieda Fromm-Reichmann (Samuel Kottek; Thomas Reuster), Salomea Kempner (Ludger M. Hermanns), und einer mit Aspekten der Berufswahl und -ausübung deutsch/österreichischer jüdischer Psychoanalytikerinnen (Wolfgang Kirchhoff). In den Vorträgen wird vor allem den Fragen nach gesellschaftlichen und individuellen Bedingungen nachgegangen, die jüdische Frauen dazu bewogen haben, sich psychischen Themen zuzuwenden. Die Beschäftigung mit der Psychoanalyse bot Möglichkeiten zur Emanzipation nicht nur als Frau, sondern auch als Jüdin, wie dies anhand einzelner Biografien dargestellt wird.
Besonders interessant sind die Arbeiten von Kirchhoff und Hermanns. Ersterer wertet einige Aspekte des »Biographischen Lexikons über Psychoanalytikerinnen« von Brigitte Nölleke ()