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Unter dem Titel »Psychoanalyse im 21. Jahrhundert« erscheint seit einigen Jahren bei Kohlhammer eine auf 32 Bände konzipierte Bücherreihe. Etwa die Hälfte davon liegt bereits vor. Im letzten Jahr kam der einzige historisch angelegte Band heraus, den die Herausgeber »Psychoanalyse im 20. Jahrhundert« nannten. Man hat sich entschieden, auf knapp 240 Seiten zwölf international bekannte Psychoanalytiker mit ihrem Leben, ihren Veröffentlichungen und ihren Hauptthesen vorstellen zu lassen. Die Autoren sind bis auf T. Hoyer psychoanalytische Kollegen, die sich mit den ausgewählten Personen seit Jahren beschäftigen. Vor dem Hintergrund der enormen Vielfalt und ausufernden Pluralität der psychoanalytischen Theorien und Stile im 20. Jahrhundert muss eine Auswahl von zwölf Analytikern notwendigerweise subjektiven Charakter haben. Es fehlen z. B. die US-amerikanischen Ich-Psychologen, die immerhin in den 1950er und 1960er Jahren definierten, was »klassische« oder »orthodoxe« Psychoanalyse ist. Sie auszulassen kommt einem Statement nahe, vielleicht einem »Orthodoxie«-kritischen?
Es ist eine bunte Mischung entstanden, die etwas für sich hat, da sie Überraschungen bietet und neue Sichtweisen ermöglicht. Vorgestellt werden Anna Freud, Sándor Ferenczi, Melanie Klein, D. W. Winnicott, Wilfred Bion, John Bowlby, Jacques Lacan, Jean Laplanche, H. S. Sullivan, Heinz Kohut, Heinrich Racker und Alexander Mitscherlich. Die Herausgeber wollten den Studierenden und Ausbildungskandidaten »die Komplementarität der historischen, der klinischen und der wissenschaftlichen Dimensionen der Psychoanalyse« vor Augen führen. Bunt ist auch der Strauß der Stilformen, in denen die Artikel gehalten sind: Einige sind komprimiert, klar und informativ, einige eigenwillig, und einige scheinen vor allem für ihren »Gegenstand« werben zu wollen, als ginge es um einen Wettkampf um die einflussreichste und innovativste Theorie. Tatsächlich bildet dieser Befund aber auch die Situation in der psychoanalytischen »Geme