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Zusammenfassung: Arthur Kronfeld verfolgte ein großes Projekt: Die Um- und Neugestaltung der Psychiatrie zu einer eigenständigen ›strengen‹ Wissenschaft. Sein Buch Das Wesen der psychiatrischen Erkenntnis sollte hierfür die Grundlage liefern: eine Wissenschaftstheorie - eigentlich: Metaphysik - der Psychiatrie im Sinne der Kant-Fries-Nelson'schen Wissenschaftsauffassung. Letztere war auch bereits Grundlage von Kronfelds ›Freudbuch‹, seiner 1912 veröffentlichten Freud-Kritik, auf die er 1920 erneut Bezug nahm.
In diesem Aufsatz geht es mir um die Ausgangspunkte, die grundsätzliche Ausrichtung und die Konzeption von Kronfelds Versuch der Neufundierung der Psychiatrie. Ein besonderer Blick wird dabei auf sein Verhältnis zur Psychoanalyse gerichtet. Am Schluss reflektiere ich die Stärken und Schwächen von Kronfelds Projekt, sowie seiner Psychoanalyse-Kritik und überhaupt seiner theoretischen Herangehensweise.