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Windgätter betrachtet wissenschaftliche Entwicklungen entlang der Genese technischer Errungenschaften. Es wird nicht erst gedacht und in der Folge zu Papier gebracht, sondern umgekehrt, es bedarf zunächst des Papiers, um darüber nachdenken zu können, womit es zu befüllen ist. Somit reiht sich seine Medientheorie nachvollziehbar in den Reigen materialistischer Weltauffassungen ein: Das Sein bestimmt das Bewusstsein.
Im Falle der Psychoanalyse interessiert den Medientheoretiker Windgätter entsprechend weniger die Theoriegeschichte, ihre argumentative Wirkmächtigkeit und diskursive Verbreitung als ihre materiellen Grundlagen, welche zugleich als Kapitelüberschriften der vorliegenden Monographie die Struktur vorgeben: Die Entstehungsbedingungen des Internationalen Psychoanalytischen Verlages, das juristische Erkämpfen seines »Namens«, das in die Welt getragen werden durch das »Schaufenster«, die bewusste Verwendung von »Farben«, »Typographie« und »Logo«. Inwieweit es sich um einen Beitrag zur Geschichte der Psychoanalyse handelt, unterscheidet sich stark von Kapitel zu Kapitel. Dies kann dem Buch jedoch nicht zum Vorwurf gemacht werden, weil die psychoanalytische Wissenschaft hier nicht der primäre Gegenstand ist, sondern eher als günstiges und reiches Beispiel dient für die materielle Bedingtheit wissenschaftlicher Produktionen.
Gerade das erste Kapitel »Name« verführt dazu anzunehmen, es handle sich um eine Geschichte des Internationalen Psychoanalytischen Verlages. Der Autor kommt auch nicht umhin, sein Credo, allein das dingliche Material zu Wort kommen zu lassen, zu ergänzen um eine Durchsicht jener Korrespondenzen der psychoanalytischen Pioniere, welche sich unmittelbar nach dem Ende des ersten Weltkrieges mit dem Gründungsakt des »eigenen« Verlages beschäftigten.
Für das zweite Kapitel »Schaufenster« holt Windgätter sehr weit aus. Bis der raffiniert gestaltete Bucheinband als Plakat »en miniature« im richtigen Winkel und im rechten Licht die nächtlichen Wiener Passa