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Dass Karl Abraham zu den bedeutendsten Freud-Schülern der ersten Generation gehörte, ist bekannt und rechtfertigt es, sein Leben und Werk gründlich zu erforschen. Zwar liegen inzwischen mehrere Monographien über ihn vor, und auch LUZIFER-AMOR hat ihm schon zwei Themenhefte gewidmet (Nr. 20/1997; 46/2010). Dennoch aber tauchen immer wieder neue Quellen oder überraschende Aspekte auf, die es lohnt in einem weiteren Heft vorzustellen.
Von der ungarisch-britischen Psychoanalytikerin Charlotte Balkanyi ist ein (englisches) Vortragsmanuskript von 1975 über die linguistischen Studien des jungen Abraham überliefert, das um so wertvoller ist, als der Text selbst, der darin betrachtet wird, seither verloren gegangen ist. Die Autorin zeigt, dass sich in diesem Jugendwerk im Keim schon einige der späteren wissenschaftlichen Interessen von Abraham abbilden. Herta Harsch untersucht die Behandlung der Vater-Sohn-Beziehung in seiner Schrift über Giovanni Segantini. Sie arbeitet heraus, wie Abraham dessen Förderer konsequent unterschlägt, und deutet diese Tatsache als Fehlleistung, die auf seine nicht unkomplizierte Beziehung zu Freud verweist. Der Briefwechsel zwischen Abraham und seinem engsten Verbündeten und Freund im inner circle um Freud, Ernest Jones, war bisher nur fragmentarisch bekannt; er wird hier von Ludger M. Hermanns unter Mitarbeit von Ernst Falzeder und Michael Schröter erstmals mit allen Stücken, die in diversen Archiven erhalten sind, abgedruckt. Dabei ergeben sich neben der Erörterung wissenschaftlicher Fragestellungen vor allem neue Aufschlüsse über Absprachen im »Komitee« angesichts der Rank-Krise. Susanne Kitlitschko bietet eine kommentierte Edition der Sitzungsprotokolle des Unterrichtsausschusses der Berliner Psychoanalytischen Vereinigung (BPV) vom März/April 1923, die einen Großteil des Wegs zum später sogenannten Eitingon-Modell der Analytikerausbildung dokumentieren. Bemerkenswert an dem Material ist insbesondere ein früher Text von Hanns Sachs über die L