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Das aktuelle Heft hat ausnahmsweise zwei Themenschwerpunkte.
Am Anfang steht die Erstveröffentlichung der Entwurfsfassung von Das Ich und das Es , herausgegeben von Ulrike May und Michael Schröter. Es handelt sich um einen der seltenen Fälle, in denen eine Freud-Schrift, und noch dazu eine so zentrale, in einer Manuskriptfassung erhalten ist, die erheblich von der Druckfassung der diversen Werkausgaben abweicht. Zwar betreffen die Abweichungen nicht die theoretische Substanz wie im Parallelfall von Jenseits des Lustprinzips, dem Heft 51 von LUZIFER-AMOR gewidmet war; dafür dokumentieren sie, ebenfalls anders als bei Jenseits, den intensiven Revisionsprozess, in dem Freud seinen Werken den letzten Schliff gab. Die Aufgabe, durch eine vergleichende Lektüre des hier wiedergegebenen Entwurfs mit der Druckfassung von Das Ich und das Es diesen Prozess nachzuvollziehen, bleibt den Lesern von LUZIFER-AMOR überlassen. Ihnen winkt eine aufschlussreiche Erfahrung.
Mit dem zweiten Themenschwerpunkt »Gerhart Scheunert 1906-1994« betreten wir Neuland, indem wir uns Leben und Werk eines zeitgenössischen deutschen Psychoanalytikers widmen, der erst vor einem knappen Vierteljahrhundert verstorben ist und so noch zu unserer Zeitgeschichte gehört. Damit ist kein genügender historischer Abstand vorhanden, der eine Bewertung und Einordnung zweifellos erleichtern würde. Trotzdem versuchen wir mit verschiedenen Beiträgen, Scheunerts psychoanalytischem Lebenswerk als Wissenschaftler und seinen Leistungen für die Psychoanalyse im Nachkriegsdeutschland auf dem Hintergrund seines Werdeganges gerecht zu werden. Als Mitbegründer und zeitweiliger Vorsitzender der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) war Scheunert als Kliniker, Theoretiker und Funktionär einer der bedeutendsten Psychoanalytiker der jungen Bundesrepublik. Im Vorfeld des ersten Internationalen Psychoanalytischen Kongresses nach dem II. Weltkrieg auf deutschem Boden 1985 in Hamburg wurde die bis dahin weitgehend unbekannte K