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Von Das Ich und das Es liegen bei den Sigmund Freud Papers in der Library of Congress (Washington) zwei Manuskriptfassungen. Nach der Kategorisierung von Ilse Grubrich-Simitis handelt es sich bei der ersten um einen »Entwurf«, bei der zweiten um eine »Reinschrift«. Der Entwurfscharakter der ersten Fassung ist am offensichtlichsten daran ablesbar, dass die einzelnen Absätze mit blauem, gelegentlich auch mit rotem Fettstift durchgestrichen sind, um zu kennzeichnen, dass sie in der Reinschrift verwertet worden waren. Das handschriftliche Material wurde erstmals von Grubrich-Simitis beschrieben (, S. 180-187). Wie sie feststellt, handelt es sich »um den einzigen Fall, wo zwei Hauptstufen in der Entstehungsdynamik eines für die psychoanalytische Theoriebildung konstitutiven Textes vollständig dokumentiert sind« (S. 186 f.).
Die Entstehung des Textes lässt sich gut rekonstruieren. Schon am 17. April 1921 hatte Freud in einen Brief an Georg Groddeck eine Zeichnung zur psychischen Gliederung eingefügt, mit einem »Ich« und einem »Es«, die dem in der späteren Arbeit verwendeten Schema sehr nahekam (Freud u. Groddeck , S. 139). Direkt über die geplante Arbeit äußerte er sich erstmals am 21. Juli 1922, und zwar gegenüber Sándor Ferenczi (Freud u. Ferenczi , S. 139), Zwei Tage später begann er mit der Niederschrift des Entwurfs. Die Daten von Beginn (23. Juli) und Abschluss (9. August) sind im Manuskript verzeichnet. Unmittelbar danach muss Freud mit der Ausarbeitung der Reinschrift begonnen haben. Am 24. August berichtete er an Otto Rank: »»Ich und Es« werden ins Reine gebracht« (Lieberman u. Kramer , S. 166); im Manuskript der Reinschrift ist das Ende dieses Vorgangs auf den 2. September datiert.
Mit der Drucklegung hat Freud sich dann nicht beeilt. Erst am 18. März 1923 reagierte Ferenczi auf die »Einsendung des ersten Bogens«; am 15. April kommentierte er den zweiten - zu spät, als dass seine Bemerkungen noch bei der Umbruchkorrektur hätten berücksicht