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Der Themenschwerpunkt des vorliegenden Hefts sollte einem epochalen Ereignis in der Geschichte der Freud-Forschung gewidmet werden: der Digitalisierung des Freud-Archivs in der Library of Congress (Washington), das in dieser Form im Februar 2017 ins Netz gestellt wurde. Epochal war das Ereignis zum einen, weil damit sämtliche Freud-Manuskripte, ob Werke oder Briefe, die in Washington lagern (und das ist die große Mehrzahl), für den häuslichen Zugriff kostenlos zugänglich gemacht wurden; und zum anderen, weil auch nahezu alle Interviews freigegeben wurden, die Kurt R. Eissler, der Gründer und langjährige Direktor des Archivs, mit den verschiedensten Zeitzeugen führte, die Freud gekannt hatten. Um aus der Masse des Materials ein lohnendes und handhabbares Heftthema zu gewinnen, war geplant gewesen, sich auf die Interviews und bei ihnen auf solche mit Freud-Patienten zu konzentrieren. Dann aber entwickelten die Recherchen der beteiligten Hauptautoren Richard Skues und Ulrike May, die sich wechselseitig beflügelten, eine eigene Dynamik, die dazu führte, Freuds Vortrag auf der Harzreise des »Komitees« im Herbst 1921 über »Psychoanalyse und Telepathie« und die drei Patienten, die darin eine Rolle spielen, in den Fokus zu nehmen.
In einem großen Rundblick beschreibt Richard Skues, wie Freud dem Thema Telepathie ab Anfang der 1920er Jahre nähertrat, wie er zuerst zögerte, der obskuren Sache die Unterstützung der Psychoanalyse zu leihen, wie er 1925 durch eigene Experimente dazu gebracht wurde, öffentlich, auch in der Tagespresse, die Möglichkeit der Gedankenübertragung anzuerkennen, und schließlich 1933 in der Neuen Folge der Vorlesungen dem Thema ein eigenes Kapitel in der Reihe der letzten Fortschritte seiner Lehre widmete. Seinen Vortrag von 1921 freilich hatte er verlegt. Er erschien 1941 posthum in retuschierter Form und wird in einer online-Beigabe zum vorliegenden Heft erstmals nach dem Original publiziert. - Ulrike May verbindet die ursprüngliche Intention des Themen