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Nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 wurde das Projekt einer 22 Meter hohen Wandmalerei ins Leben gerufen - als Symbol dafür, dass das Leben
Zerstörung überwinden kann. Im aufrüttelnden Appell dazu heißt es: »Wenn unsere innere Welt zerstört ist, wenn die, die wir lieben, auseinanderfallen, und wir selber in hoffnungsloser Verzweiflung sind - dann müssen wir unsere Welt neu erschaffen, die einzelnen Teile zusammensetzen, die toten Fragmente mit Leben erfüllen, das Leben neu erschaffen.« Das Zitat stammt von der polnisch-britischen Psychoanalytikerin Hanna Segal (1918-2011). Was diese in ihrem Aufsatz »A Psychoanalytical Approach to Aesthetics« formuliert, kann auch für das Projekt einer Aufarbeitung der Geschichte der polnischen Psychoanalyse von 1900 bis 1939 Gültigkeit beanspruchen. Das Gebiet des Großreichs Polen-Litauen war im Zuge der polnischen Teilungen 1772, 1793 und 1795 von den drei schwarzen Doppeladlern - Preußen, Österreich-Ungarn und Russisches Reich - unter sich aufgeteilt worden. Im Unterschied zur Situation der Psychoanalyse in den Ländern der Beutemächte blieb die Psychoanalyse auf polnischem Gebiet stets eine marginale Erscheinung. Erst 1918 wurde Polen wieder ein eigenständiger Staat. 1997 wurde erstmals eine polnische psychoanalytische Vereinigung gegründet und die polnische Psychoanalyse als Forschungsgegenstand entdeckt.
Die vorliegende Monographie dokumentiert eine internationale Tagung von Mai 2017 in Krakau. Es handelt sich um die erste umfassendere Darstellung der polnischen Psychoanalyse bis 1939. Die Forschungen sind international und interdisziplinär angelegt: Fachleute aus Psychologie, Psychoanalyse, Psychiatrie, Geschichte, Philosophie, Literaturwissenschaft und Jüdischen Studien nehmen teil. Dies spiegelt einerseits die Multikulturalität der polnischen Psychoanalyse in der gegenseitigen Durchdringung von polnischer, jüdischer und deutscher Kultur. Andererseits wird so auf das furchtbare Verfolgun