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Die Entfaltung des historischen Kontextes, in dem dieser Briefwechsel einzuordnen ist, schließt die Zeit des nationalsozialistischen Terrors und Aspekte der Geschichte der psychoanalytischen Bewegung ein. Er bietet persönliche Einblicke in eine durch die Shoah zerrissene Familie, die sich nach der Befreiung wiederfand. Im Zentrum steht die KZ-Haft (Dachau und Buchenwald) des Sohnes, der, nachdem das Lager von den Amerikanern befreit worden war, gemeinsam mit belgischen Häftlingen nach Brüssel geflogen wurde, wo er mehr als zwei Jahre lebte.
Der Aufbau der vorliegenden Edition, die durch sechs Aufsätze von Diana Rosdolsky, Thomas Aichhorn, Galina Hristeva und Peter Theiss-Abendroth kontextualisiert wird, ermöglicht einen schrittweisen Zugang - was auch eine subtile Orientierungsfunktion haben kann - zum Briefwechsel zwischen Vater (Paul) und Sohn (Ernst) Federn, der in einem komplexen Zusammenhang steht: Die KZ-Haft und Befreiung des Sohnes; die Be- oder vielmehr Verarbeitung dieser Erfahrungen und die Reaktionen des Vaters bzw. der Familie auf diese; die politische Position vor und nach der siebenjährigen Inhaftierung des Sohnes und die notgedrungene Anpassung des Vaters, der fast mit seiner ganzen Familie 1938 emigrieren konnte, an den »American Way of Life«. In dieser Spannung