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Jacques Lacan kommt beim IPV-Kongress in Zürich auf seinen beim Kongress 1936 in Marienbad gehaltenen Vortrag zum Spiegelstadium zurück, von dem kein direktes schriftliches Zeugnis existiert und den er seinerzeit nicht in voller Länge halten konnte. Der Begriff Spiegelstadium steht bei Lacan für eine Phase (zwischen dem 6. und 18. Monat), in der eine Begegnung des Kindes mit seinem Spiegelbild eine tiefgreifende Prägung erzeugt. Diese als »ich« (je) wahrgenommene Gestalt gibt dem noch unkoordinierten Kind einen imaginären Halt und lindert - als nützlicher Schein - seine Angst vor einer ursprünglichen Zerrissenheit. Aus dieser Nichtübereinstimmung, die ein Leben lang anhält, folgt für Lacan jedoch auch, dass »Ich« nicht die Instanz der Erkenntnis, sondern des Verkennens ist. Dessen sollte sich das Subjekt bewusst werden, um sich vor dem narzisstischen Ganzheitswahn zu schützen. Ausgehend von einigen Aspekten der Marienbader Episode werden Schwerpunkte des damaligen und des Zürcher Vortragstextes erörtert. Da auch die Fassung von 1949 nicht den Abschluss von Lacans Theorie des Spiegelstadiums, sondern einen Knotenpunkt in einem sich transformierendem Theorie- und Praxisgewebe darstellt, werden einige spätere Äußerungen angedeutet.