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Nähern wir uns diesem Buch zunächst einmal von seinem Äußeren, dann stellen wir fest, dass es ein ungewöhnlich schön hergestelltes Buch ist. Auf seinem Schuber blickt uns Freud mit ernster Miene an. Hinter ihm entrollt sich, was auf dem Hardcover und dann auch in den vielen Abbildungen im Buch »Freuds Dinge« genannt wird: ein Mikrotom zum Schneiden von Mikroskopiermaterial zum Beispiel, dann eine antikisierte Reklame für Apollokerzen, eine Werbung für Bürobedarf, alles sorgfältig gedruckt auf ausgesuchtem Papier. Wir stellen uns auf eine sinnliche und auf angenehme Weise belehrende Leseerfahrung ein - und werden nicht enttäuscht. Die Tatsache, dass mein Exemplar die Nummer 1.136 von insgesamt 4.444 Exemplaren der Originalausgabe ist, macht es automatisch selbst zu einem dieser Concreta, dieser Dinge, Gegenstände, Objekte, von denen hier die Rede sein wird. Es ist eines aus einer Serie, aber auch ein Einzelnes, mit einem Eigenleben.
Lothar Müller hat sich vorgenommen, der Geschichte der Psychoanalyse eine weitere und neue Perspektive hinzuzufügen, die ihren Ausgang von den Dingen der Alltagswelt nimmt. Er holt die in der Psychoanalyse bzw. in Freuds Texten zu Traumsymbolen und Metaphern und subjektivierten Objekten transformierten Gegenstände zurück in ihren alltagshistorischen Kontext und lässt dadurch die bürgerliche Wohnungseinrichtung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts in Erscheinung treten. Ebenso werden die zur Atmosphäre der Psychoanalyse unverwechselbar gehörenden Gegenstände wie die Couch, der Orientteppich und Freuds antike Figuren der Psychoanalyse wieder entführt und zurückgebracht in ihren bürgerlichen Kontext. Wir bekommen so eine Vorstellung, aus welchen materiellen Bauteilen die Konstruktion Psychoanalyse unter anderem zusammengesetzt ist.
Dieser Zugang zur Geschichte der Psychoanalyse ist tatsächlich interessant und überraschend, da zum Beispiel deutlich wird, wie selbstverständlich vereinnahmend wir Psychoanalytiker mit der Welt der Dinge umge