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Der Schwerpunkt dieses Heftes von LUZIFER-AMOR ist Otto Fenichel gewidmet, dem »Enzyklopädisten« der Psychoanalyse, der mit seiner Speziellen Neurosenlehre von 1931 und seiner Psychoanalytischen Neurosenlehre von 1945 die Ausbildung mehrerer Generationen von PsychoanalytikerInnen weltweit beeinflusste. Beide Werke stellen die Summe der Freud'schen Psychoanalyse dar, die er gegen das Auseinanderdriften nach Freuds Tod zu bewahren suchte. Gleichzeitig bemühte er sich, die emanzipatorischen und kritischen Aspekte der Psychoanalyse gegenüber der Anpassung an eine gesellschaftlich allgemeinverträgliche Psychotherapie zu verteidigen. Seine Rundbriefe liefern hierzu ein beredtes Beispiel.
Bekannt ist auch Fenichels »Kinderseminar« am Berliner Institut, das er in den zwanziger Jahren gemeinsam mit Harald Schultz-Hencke, ab 1930 alleine leitete, ohne dass man aber nähere Details darüber weiß. Hier setzt die Arbeit von Steffen Theilemann an, der diese gemeinsame Leitung von Fenichel und Schultz-Hencke sowie beider Vor- und Entwicklungsgeschichte erhellt und einen Blick auf die Teilnehmer an dem Seminar wirft. - Beispielhaft für die Thematik im Kinderseminar wird zudem ein bisher unbekannter Vortrag Fenichels von 1928 abgedruckt, den Theilemann kommentiert. - Dem folgt eine Darstellung des Generationenkonflikts Ende der zwanziger Jahre am Berliner Institut, der u. a. eng mit den Namen Fenichel und Schultz-Hencke verbunden ist, von Michael Schröter.
Neu aufgefundenes Material im Fenichel- und Reich-Nachlass ermöglicht Andreas Peglau, weitere Einsichten in den Trennungsprozess zwischen Wilhelm Reich und Otto Fenichel zu vermitteln, die sich über den Umgang mit den Entwicklungen in der psychoanalytischen Vereinigung zerstritten. Ergänzend wird auch der Entwurf einer Rezension Fenichels über Reichs Massenpsychologie von 1933 auf der Webseite dieser Zeitschrift veröffentlicht. Die Besprechung war für Reichs Zeitschrift für Politische Psychologie und Sexualökonomie vorgesehen, konnte