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Der Anlass dieser kleinen Notiz sind zwei - eher unspektakuläre, aber miteinander verbundene - Jahrestage, derer wir im Jahr 2020 gedenken: Der 60. Jahrestag der Gründung der Gesellschaft für ärztliche Psychotherapie (der DDR) und die 50. Wiederkehr des Todestages von Werner Schwidder.
Werner Schwidder war von 1958 bis 1970 Vorsitzender der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG) und zeitweise auch Geschäftsführer und Geschäftsführender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT).1
Harro Wendt 2 war von 1960 bis 1964 Schatzmeister und von 1968 bis 1971 Vorsitzender der »Gesellschaft für ärztliche Psychotherapie der DDR (GäPT)«. Von 1982 bis 1988 war er Vorsitzender der Sektion »Dynamische Einzelpsychotherapie« der GäPT.3
Dass Schwidder und Wendt eng befreundet waren, wissen nur wenige. Das kam so: Wendt, der eigentlich Gynäkologe werden wollte, hatte 1939 in Leipzig begonnen, Medizin zu studieren. 1943 entschloss er sich, sein Studium eine Zeit lang in Berlin fortzusetzen. Im Zug nach Berlin war auch Schwidder, der ebenfalls in Leipzig studierte; allerdings waren sich beide Männer dort nie begegnet. Schwidder durchkämmte den Zug auf der Suche nach jemandem, dem er das Pokerspielen beibringen konnte. Als er Wendt fragte, war dieser sofort einverstanden. Es stellte sich schnell heraus, dass beide gemeinsame Interessen hatten, die über das Pokerspiel hinaus gingen. Schwidder, der dabei war, seine Zelte in Leipzig abzubrechen und das Studium in seiner Heimatstadt Berlin fortzusetzen, schlug Wendt vor, eine gemeinsame Wohnung zu nehmen. Beide wohnten dann für etwa ein Jahr in einer Wohnung in der Birkenallee in Berlin-Niederschönhausen.