You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Beim diesjährigen Symposion ging eine Ära zu Ende. Nicht nur fand die Veranstaltung zum ersten Mal an der International Psychoanalytic University (IPU), Berlin statt, sondern es war vor allem das letzte Symposion, das von dem Team Michael Schröter, Thomas Aichhorn und Rainer Herrn organisiert wurde. Schröter und Aichhorn gaben ihr Amt unter standing ovations und einer mehr als verdienten Dankesrede nach mehr als 10 Jahren ab. Sie haben das Symposion nach seinem Umzug aus Tübingen fest in Berlin verankert und mit viel Expertenwissen und Organisationstalent geleitet. Sie werden abgelöst von Ludger M. Hermanns und Andrea Huppke. Rainer Herrn wird weiter dabei sein und seine Erfahrung in das neue Team einbringen.
Andreas Mayer (Professor für Wissenschaftsgeschichte, Paris/Wissenschaftskolleg Berlin) hielt den Gastvortrag mit dem Titel »Freud übersetzen. Historische und theoretische Reflexionen«, der von Efrain Kristal (Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft, Los Angeles/Wissenschaftskolleg Berlin) durch ein Koreferat ergänzt wurde. Mayer wird seine Überlegungen zum Thema in einem Beitrag für Luzifer-Amor vorstellen. Kristal überraschte mit dem Hinweis, dass Freud den Übersetzern der Traumdeutung vorschlug, eigene Träume einzusetzen anstatt seine zu übersetzen, da sie so sehr der Sprache, in der sie geträumt werden, verpflichtet sind. In der Diskussion kam die Frage auf, ob es Freud vielleicht gar nicht so sehr auf die »richtigen« Worte ankam, als vielmehr darum, sehr pragmatisch zunächst einmal zu zeigen, worum es in der Psychoanalyse ging. Erst die Institutionalisierung der Psychoanalyse brachte das Problem von Definitionen psychoanalytischer Begriffe in den verschiedenen Sprachen mit sich.
Herman Westerink (Professor für Religionsphilosophie, Nijmegen) und Philippe van Haute (Psychoanalytiker, Professor für Philosophische Anthropolgie, Nijmegen) stellten ein Buchprojekt vor, in dem sie der Spur von Freuds Traumakonzept, bzw. seiner Verführungstheorie vom Freu