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Den akribischen Forschungen Georg Augustas ist es zu verdanken, dass erstmals eine Freudsche Krankengeschichte mit einer von einer Verwandten des Patienten publizierten Familiengeschichte vernetzt werden kann. Freuds »Rattenmann« Ernst Lanzer entstammte einer jüdischen Familie aus Galizien, die sich im 19. Jahrhundert in Wien niederließ und dort zu Wohlstand kam. Eine Nichte Lanzers, die Schriftstellerin Elisabeth Freundlich, schilderte 1986 in dem Roman Der Seelenvogel ihre Familiengeschichte während der Gründerzeit - einschließlich der Biografie Lanzers. Augusta berichtet, wie er bei Recherchen im Internet nach den Familienkonstellationen auf beeindruckende Zusammenhänge stieß. In seinem vorliegenden Buch zeichnet er das Sittengemälde einer aufsteigenden jüdischen Familie zwischen Galizien und Wien und die nachfolgende Vernichtung der jüdischen Kultur in Österreich nach. Er verknüpft dies mit einem beeindruckenden psychoanalytischen Dokument zur Entwicklung einer Zwangsneurose nach schweren sexuellen Traumatisierungen und deren - auch noch aus heutiger Sicht - erfolgreichen Behandlung. Hierzu greift er auch auf Freuds Behandlungsaufzeichnungen zurück, die seit einiger Zeit im Internet zugänglich sind.
An den Anfang eines jeden der zwölf literarisch sehr ansprechend gestalteten Kapitel stellt der Autor ein passendes Zitat, das auf den historischen, politischen und gesellschaftlichen Kontext der biografischen Situationen hinweist. Gleich zu Beginn geht es an die französisch-spanische Grenze, wo die Behörden aufgerüttelt durch den Suizid Walter Benjamins es der Familie Freundlich gestatteten, im September 1940 über Lissabon in die USA zu fliehen. In ihrem viele Jahre später veröffentlichten Familienroman beschreibt Elisabeth Freundlich auch ihren Onkel Ernst Lanzer, der bereits zu Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 an der Ostfront fiel - und schon hier verweist Augusta auf die Passage in den »Bemerkungen über einen Fall von Zwangsneurose«, wo Freuds Patient Elisabeth F