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Zweifellos gehört Jean Laplanche zu den großen Namen der französischen Psychoanalyse nach dem zweiten Weltkrieg, die auch im deutschen Sprachraum nachhaltige Spuren hinterlassen haben. Mit dem Vokabular der Psychoanalyse hat er gemeinsam mit seinem langjährigen Weggefährten Jean-Bertrand Pontalis ein Wörterbuch mit Ewigkeitswert geschrieben. Mit der ersten französischen Gesamtübersetzung der psychoanalytischen Schriften Freuds hat er die Freud-Edition in Frankreich auf ein ganz neues Fundament gehoben. Und mit seinen Schriften zur Psychoanalyse hat er die psychoanalytische Community über mehrere Jahrzehnte bereichert. Seine Allgemeine Verführungstheorie kann als einer der letzten Versuche unserer Zeit gewertet werden, der Psychoanalyse über ihre Zersplitterung in verschiedene Schulrichtungen hinweg einen gemeinsamen Bezugsrahmen zu geben.
Thomas Aichhorn, der das Werk von Jean Laplanche über viele Jahren hinweg aus nächster Nähe begleitet und seine profunde Kennerschaft mit zahlreichen Veröffentlichungen dazu unter Beweis gestellt hat, hat mit diesem Buch nun endlich die erste Monografie über ihn für den deutschsprachigen Raum geschrieben. Ein vergleichbares und zugleich erstes Projekt hatte zuvor Dominique Scarfone mit seinem nach wie vor lesenswerten Buch Jean Laplanche realisiert, das bei PUF in der Reihe »Que sais-je?« 1997 noch mitten in der Schaffensperiode Laplanches erschienen war. Eine Biografie zu Laplanche wurde hingegen bisher noch nicht verfasst. Immerhin hat Aichhorn in einem eigenen Kapitel die wichtigsten Informationen zu Laplanches Leben zusammengetragen.
Wie versucht er aber nun seinem Anspruch gerecht zu werden, »einen zumindest annähernd umfassenden ersten Einblick in Jean Laplanches Lehre und ihre Konsequenzen zu geben«? Zunächst einmal, indem er einen Schwerpunkt legt auf die »Allgemeine Verführungstheorie« und wichtige mit ihr zusammenhängende Topoi und Begriffe. Das ist eine durchaus folgenreiche Entscheidung für das ganze Projekt, denn damit