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Mit dem jetzt vorliegenden zwölften Band der Reihe Psychoanalyse in Selbstdarstellungen hat Ludger M. Hermanns bisher insgesamt 66 ausgewählten Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytikern die Möglichkeit gegeben, ihr berufliches Leben zu schildern, und uns damit einen persönlichen Zugang zu unserem Fach eröffnet, der beispiellos ist. Die hier vorgestellten Autobiografien illustrieren die beeindruckende Vielfalt, mit der sich die Psychoanalyse in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat, lassen aber auch schmerzliche Konflikte und institutionelle Bruchlinien deutlich werden. Die meisten der namhaften Kolleginnen und Kollegen, die hier zu Wort kommen, haben einen deutschsprachigen kulturellen Hintergrund. Der Ausgangspunkt ihrer Biografien liegt nicht selten in traumatischen Erfahrungen der Shoa oder in den einschneidenden Folgen des Zweiten Weltkriegs.
Emanuel Berman wurde 1946 in Warschau geboren, sein Vater war einer der überlebenden Anführer des jüdischen Widerstands des Warschauer Ghettos. Einleitend stellt er fest, dass er einige Jahre gebraucht hätte, um die Bedeutung dieser Zeit und dieses Ortes zu verstehen. Mit sieben Jahren verlor er seine Mutter. Ihr Tagebuch aus dem Untergrund, das ins Hebräische übersetzt und veröffentlicht worden war, nutzte er als »Papierbrücke«, um die innere Verbindung mit ihr zu halten. Den Begriff Holocaust lehnt er als pseudospirituell ab, er sei der Erfahrung der Opfer fremd. Es ist beeindruckend zu lesen, wie gründlich Berman sich Schritt für Schritt die Psychoanalyse erschlossen hat, angefangen mit einem Studienaufenthalt in den USA, einer Nicht-IPA- und einer zweiten IPA-Ausbildung, und wie breit das Spektrum seiner Interessen ist, es reicht von Film und Kunst über die Geschichte der Psychoanalyse bis hin zu Sozialpsychologie und Erziehungswissenschaften. Er unterrichtete lange an der Universität Haifa und engagierte sich in der israelischen psychoanalytischen Gesellschaft für Ausbildungsfragen, insbesondere für das heiß umst