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2013 sind zwei Biografien zu Karl Abraham erschienen: Die eine in Deutschland von Karin Zienert-Eilts: Karl Abraham. Eine Biographie im Kontext der psychoanalytischen Bewegung, die in Luzifer-Amor Nr. 54 bereits besprochen wurde. Die andere erschien
im Original in den Niederlanden, wurde 2016 in einer englischen Übersetzung veröffentlicht und kam 2020 auch in deutscher Übersetzung heraus. Diese zweite Abraham-Biografie von Anna Bentinck van Schoonheten: Karl Abraham. Leben und Werk ist derjenigen von Zienert-Eilts auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich, da beide dasselbe Foto von Abraham auf dem Titel tragen. Ebenfalls in Luzifer-Amor 54 veröffentlichte die emeritierte Professorin für Erziehungswissenschaften Brita Rang einen erhellenden Essay, der den Unterschied dieser zwei Biografien herausstellt. Anlässlich des Erscheinens der deutschen Übersetzung der niederländischen Biografie soll an dieser Stelle auf diesen fundierten Kommentar von Brita Rang verwiesen werden.
Mir bleibt hier nur, den deutschen Leserinnen und Lesern, die bisher weder die niederländische noch die englische Fassung des Buches zur Kenntnis genommen haben, diese Perspektive von Bentinck van Schoonheten auf die Geschichte der Psychoanalyse wärmstens zu empfehlen. Sie hat in ihrem umfangreichen, gründlichen, auf zum Teil bisher unbekannten Quellen fußenden Werk darauf hingearbeitet, Abraham den ihm gebührenden Platz in der Psychoanalysegeschichte zu geben. Zienert-Eilts hat in ihrer Arbeit auf die vielen Konflikte hingewiesen, in die Abraham innerhalb der psychoanalytischen Bewegung verwickelt war. Diese Konflikte haben in den Augen Bentinck van Schoonhetens ein verzerrtes Bild von Abraham entstehen lassen, das sie korrigieren möchte. Sie ist der Auffassung, es sei »an der Zeit, ein ausgewogenes Bild von Karl Abraham zu zeichnen, das seiner Persönlichkeit endlich umfassend gerecht wird und seine Bedeutung angemessen würdigt« (S. 592). Tatsächlich kann sie in einem zwar parteiischen, aber n