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Die Psychoanalyse hat sich in der Tschechoslowakei zunächst zögerlich entwickelt. Vor dem Ersten Weltkrieg fanden nur wenige Personen den Weg nach Wien. Nach der Gründung des eigenen tschechoslowakischen Staates 1918 gab es zwar vereinzelte Ansätze psychoanalytischen Wirkens in der Ostslowakei (Košice) und an der Karls-Universität in Prag, aber erst mit der Emigration von Mitgliedern der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft 1933 entstand in Prag eine Gruppe, die eine Ausbildung in Psychoanalyse ermöglichte. Mit dem Zweiten Weltkrieg und der Besetzung der Tschechoslowakei durch die Nationalsozialisten wurde diese erste Blütezeit abgewürgt. Nach dem Krieg gab es ein dreijähriges Wiederaufleben der Psychoanalyse, bevor sie 1948 nach der stalinistischen Machtübernahme für Jahrzehnte nur im Untergrund betrieben werden konnte. LUZIFER-AMOR widmet sich in zwei Heften der Geschichte der Psychoanalyse in Prag und der Tschechoslowakei von den Anfängen bis ca. 1970. Das vorliegende Heft behandelt in vier Aufsätzen die Frühzeit der Psychoanalyse in der Č. S. R. und das Wirken und Leben von drei Protagonisten.
Michael Giefer beschreibt die erste Blütezeit der psychoanalytischen Bewegung in Prag von 1933 bis 1939, die durch die Emigration von PsychoanalytikerInnen aus Berlin bewirkt wurde. In diesen sechs Jahren entstand unter der Leitung zuerst von Frances Deri und dann von Otto Fenichel eine Arbeitsgruppe, in der nicht nur Deutsche und Tschechoslowaken eine psychoanalytische Ausbildung erhielten, sondern die auch in Teilen der Bevölkerung das Interesse an der Psychoanalyse gewann. Zur Prager Arbeitsgruppe gehörte der aus der Slowakei stammende Arzt Emanuel Windholz, der Ende 1938 nach San Francisco flüchtete. Zuvor konnte er formell Mitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Psychoanalyse werden. Michael Šebek stellt in seinem Artikel nicht nur Windholz' Entwicklung in Prag dar, sondern auch seine spätere Tätigkeit in den USA, wo er ein geschätzter Lehrer der Psychoanaly