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Das 2012 erschienene französische Original dieses Buches wurde in Heft 55 von LUZIFER-AMOR, einem Themenheft über »Max und Mirra Eitingon« (zu dem auch der Autor Guido Liebermann einen Aufsatz beigesteuert hat), von Thomas Aichhorn eingehend besprochen. Es genügt also hier eine knappe Anzeige der nunmehr vorliegenden englischen Fassung.
Nach einem Kapitel über die Anfänge der Psychoanalyse in Palästina, mit der kurzlebigen Studiengruppe von 1922, wird die Geschichte der Palästinensischen Psychoanalytischen Gesellschaft erzählt, in der ihr Gründer Max Eitingon nach seiner Emigration den alten Geist der Berliner Psychoanalyse am Leben zu erhalten suchte. Neben dieser Jerusalemer Institution des freudianischen Establishments hebt Liebermann das psychoanalytische Institut hervor, das Eitingons langjähriger Rivale Moshe Wulff in Tel Aviv schuf. Als eine Besonderheit wird die enge Verbindung der Psychoanalyse in Palästina mit reformpädagogischen Bestrebungen (»Kibbuzerziehung«) herausgearbeitet, die durch Impulse der Wiener psychoanalytischen Pädagogik (Aichhorn, Bernfeld) geprägt waren. Das von Fanny Lowtzky, einer Berliner Eitingon-Schülerin, 1943 gegründete Seminar für psychoanalytische Pädagogen allerdings musste seine erfolgreiche Tätigkeit nach zehn Jahren beenden, weil die israelischen Analytiker das Eindringen von Nichtmedizinern in die psychoanalytische Tätigkeit ablehnten. In anderen Kapiteln beschreibt Liebermann den Widerstand, auf den die Psychoanalyse in Palästina stieß, ob bei dem Versuch der Einrichtung eines speziellen Lehrstuhls an der Hebräischen Universität oder aus Anlass der Veröffentlichung von Freuds Moses-Studie. Durchweg geht er den Verflechtungen der Psychoanalyse, in Unterstützung und Gegnerschaft, mit den vielfältigen Immigrantengruppen nach.
Der reichhaltige Abbildungsteil des Buches leidet ein wenig unter der, im Vergleich zur französischen Ausgabe, schlechten Qualität der Reproduktionen. Sehr schätzenswert sind die biografischen Skizzen, die