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100 Jahre nach der Gründung des ersten psychoanalytischen Instituts fand in Berlin eine internationale Tagung statt, die der psychoanalytischen Ausbildung gewidmet war. Die Initiative dazu ging vom History of Psychoanalysis Committee der IPV aus und wurde gemeinsam mit den beiden deutschen IPV-Gesellschaften, der DPV und der DPG, verwirklicht. Die in diesem Band erschienenen Vorträge stellen die unterschiedlichen Entstehungsbedingungen und die weiteren Entwicklungen der psychoanalytischen Ausbildung in verschiedenen Ländern dar und skizzieren so den »state of the art« der psychoanalytischen Ausbildung in der IPV. Die Vielfalt dieser Entwicklungen ist schon für sich genommen beeindruckend. Zugleich wird deutlich, wie intensiv die Bemühungen waren, in den Auseinandersetzungen über die Ausbildung an einem common ground festzuhalten.
An dieser Stelle können nur einige Schlaglichter auf den Inhalt geworfen werden. Das bekannte Drei-Säulenmodell der psychoanalytischen Ausbildung, das erst in den neunziger Jahren nach Eitingon benannt wurde, wird heute weltweit am häufigsten angewandt. Es geht, wie Michael Schröter schreibt, auf die von Eitingon geleitete Berliner Poliklinik zurück, die sowohl der Patientenbehandlung als auch der Schulung des Nachwuchses diente. Hinzu kam die von Jung und Nunberg angeregte Forderung, dass künftige Analytiker selbst eine Analyse gemacht haben sollten. Auch wenn das für Freud weniger zwingend war als für viele seiner Anhänger, wurde dafür in Berlin der Begriff Lehranalyse geprägt. Die dritte Säule bildete der theoretische Unterricht durch Vorlesungen und Seminare, hier war Abraham federführend. Mit den durch den Unterrichtsausschuss verabschiedeten Richtlinien zur Ausbildung wurde diese Ausbildungsstruktur 1923 festgeschrieben. Sie trug maßgeblich zur »internationalen Strahlkraft« des Berliner Instituts bei, das als Modell für andere Institute wie in Wien und London diente. Viele der zahlreichen Kandidaten, die z. T. von weither kamen, war