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Die im Frühjahr 2017 erfolgte online-Publikation des immensen Schatzes der Sigmund Freud Papers in Washington brachte einen zweifachen Forschungsschub: in Bezug auf 1. die Manuskripte und Briefe Freuds sowie 2. die Transkripte der Interviews von Kurt R. Eissler mit allen ihm bekannten und erreichbaren Menschen, die mit Freud in Kontakt gekommen waren. Es liegt auf der Hand, dass unsere Zeitschrift, die sich nicht zuletzt die Freud-Biographik auf ihre Fahnen geschrieben hat, versuchen musste und muss, möglichst viel von diesem Schub einzufangen. So wurde vor drei Jahren in Heft 63 neues Material zu dem Freud-Aufsatz »Psychoanalyse und Telepathie« vorgestellt und verwertet. Das vorliegende Heft greift denselben Impuls auf, diesmal konzentriert auf die zweite der erwähnten Forschungsebenen. Es war angekündigt worden unter dem Titel »Eissler-Interviews in der Library of Congress«. Dann aber stellte sich heraus, dass sich zwei der akquirierten Aufsätze auf Patienten Freuds bezogen und dass auch im dritten eine Patienten-Behandlung eine Hauptrolle spielte. Deshalb wurde dieser inhaltliche Aspekt als Haupttitel gewählt. Er spiegelt den Sachverhalt wider, dass die Erforschung von Freuds Praxis, neben der intimeren Familiengeschichte und übergehend in das breitere Wiener Netzwerk, in dem Freud lebte und arbeitete, der wichtigste Bereich ist, über den die jetzt allgemein zugänglichen Eissler-Interviews neue Aufschlüsse geben.
Im ersten Schwerpunkt-Beitrag beschäftigt sich Georg Augusta mit zwei Patientinnen Freuds aus den 1890er Jahren. Von der ersten, Olga Hönig, der Mutter des »Kleinen Hans«, war im Prinzip (aber nicht im Detail) bekannt, dass sie bei Freud in Analyse gewesen war; den zweiten Namen, Helene Stiasny, führt Augusta erstmals in die Freud-Forschung ein. Bei beiden jungen Frauen nahm Freud aktiven Einfluss auf ihre Eheschließungen. Man ersieht daraus wieder einmal, dass er in seiner Praxis viel mehr dem Verhaltensmuster eines »normalen« Nervenarztes/Psychotherapeu