You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Archivs sollte die Konferenz 2020 stattfinden; sie wurde jedoch wegen der Pandemie verschoben. Schon vorher war Frankfurt am Main als Ersatzort gewählt worden für das Bundesarchiv in Koblenz, dem Aufbewahrungsort der Bestände des Archivs, der wegen umfangreicher Renovierungsarbeiten nicht zugänglich war. Mit dieser »Verlegenheitslösung« konnte ein lang gehegter Wunsch erfüllt werden, eine Brücke zu den für die Psychoanalyse relevanten Archiven in Frankfurt am Main zu schlagen. Dieser Aspekt steht im Zentrum des folgenden Berichts, da die überzeugende Einführung von Albrecht Hirschmüller in die innere Widersprüchlichkeit der Archivtätigkeit, die einerseits der Forschung Material zur Verfügung stellen und andererseits die Intimität Betroffener zu schützen hat, an anderer Stelle in diesem Heft in extenso abgedruckt wird.
Jörn Hasenclever, stellvertretender Leiter des Deutschen Exilarchivs 1933-1945 in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt, setzte vor seinen Vortrag über Bestände exilierter Psychoanalytiker ein Zitat des in die USA emigrierten Psychoanalytikers Ernest Schachtel: »Ich möchte gern zur Überwindung dieser gegenseitigen Abgeschlossenheit beitragen, soweit ich vermag.« Die nach dem Krieg eingerichtete Abteilung für Exilliteratur der Deutschen Bibliothek bekam Anfang der 1950er Jahre durch Übernahme von Nachlässen Archivfunktion, bis daraus ein eigenständiges Archiv wurde. Die Gründung des Exilarchivs in der frühen Nachkriegszeit wurde von Exilierten selbst mitinitiiert, die darin ein Instrument der politischen Aufklärung sahen. Hasenclever stellte das Archiv als Ort der Auseinandersetzung mit den Themen Exil und Emigration während der Zeit des Nationalsozialismus vor, berichtete über Veranstaltungen, die Dauerausstellung, Wechselausstellungen und virtuelle Ausstellungen sowie über Forschungskooperationen, den Ausbau der Sammlung, die Erschließung der Bestände und die sich daraus ergebende Bildungsarbeit. Diese b