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Bei diesem Buch weiß man nicht, worauf man sich zuerst konzentrieren soll: Auf die Autorin oder ihr Sujet? Beginnen wir mit der Autorin. Esther Fischer-Homberger war eine ebenso fein- wie eigensinnige, kritische und bis zuletzt am wissenschaftlichen, politischen und kulturellen Geschehen teilnehmende Psychiaterin, Historikerin und Psychotherapeutin aus Bern. Sie dachte bereits in den 1970er Jahren darüber nach, wie eingeschränkt der medizinische Blick auf die Symptome und Krankheiten der Frauen ist, da fast alle medizinischen Konzepte auf den männlichen Körper ausgerichtet sind - eine Einsicht, die erst in den letzten Jahren in das gesellschaftliche Bewusstsein Einlass findet. So war Fischer-Hombergers Einstieg in die Medizingeschichte über das Phänomen der Hysterie und der Hypnose nur konsequent, da auch hier die Krankheiten der Frauen im Mittelpunkt standen. Sie baute als Professorin für Medizingeschichte in Bern ein Institut auf und forschte außer zum Thema Krankheit Frau (so der Titel ihres Buches von ) zur Gerichtsmedizin und Psychiatriegeschichte. Nach sechs Jahren gab sie ihren Lehrstuhl auf, um sich der praktischen Psychotherapie und dem Schreiben im außeruniversitären Bereich zu widmen. Sie starb 2019 in Bern.
Der vorliegende Band ist posthum erschienen und rückt sowohl Fischer-Homberger als Person als auch ihren späten Forschungsschwerpunkt, den französischen Psychiater, Psychotherapeuten und Philosophen Pierre Janet in den Mittelpunkt, der ein Zeitgenosse Freuds war und dessen Wege einige Male kreuzte. Mitherausgeber des Buches ist der Psychotherapeut und Vorsitzende der Pierre-Janet-Gesellschaft Gerhard Heim. Zwei der Artikel sind zuvor in LUZIFER-AMOR erschienen, drei weitere sind überarbeitete Fassungen bereits anderswo erschienener Arbeiten, vier Beiträge sind bisher unveröffentlicht.
Die Texte in diesem Buch umkreisen vor allem den Vergleich zwischen Janet und Freud. Zwar gibt es auch zwei Aufsätze, die Janets Wirken als Psychiater und Psychotherapeut