You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Am 29. Oktober 1935 schrieb August Aichhorn an Anna Freud:
Liebes Fräulein Freud! Vielen Dank für Ihren Brief. Natürlich bin ich gerne bereit, einen Vortrag für Prag zu übernehmen. Am liebsten wäre mir, wenn er z. Bsp. Anfang Februar an einem Freitag oder Samstagabend festgesetzt würde, eine genaue Fixierung ist mir noch nicht möglich und ja auch noch nicht nötig. Die Reise würde ich natürlich auf eigene Kosten machen. Ich erwarte weitere Nachricht und bin mit den herzlichsten Grüßen.1
Anna Freud hatte Aichhorns Antwort auf ihren verloren gegangen Brief Otto Fenichel weitergeschickt. Er schrieb wenige Tage später, am 4. November, an Aichhorn:
Fräulein Freud sendet mir Ihren an sie gerichteten Brief vom 29. X., demzufolge Sie gerne bereit sind, einen Vortrag für Prag zu übernehmen. Wir sind Ihnen für diese Bereitschaft ausserordentlich dankbar und freuen uns schon alle darauf, Sie zu hören! In Bezug auf Zeit und Thema richten wir uns natürlich nach Ihren Wünschen. […] Wir werden uns erlauben, im Januar mit Ihnen noch einmal darüber zu korrespondieren.2
Am 29. Jänner 1936 schrieb Fenichel Aichhorn nochmals, um ihn daran zu erinnern, dass sie vereinbart hatten, dass er zugesagt hatte, im Februar einen Vortrag »aus dem Gebiete der Verwahrlosten-Psychologie« in Prag zu halten. Fenichel schlug vor, dass Aichhorn am 2. oder 29. Februar nach Prag kommen sollte: »Und über welches Thema wollen Sie reden? Ist der Vortrag nur für Analytiker oder ev. auch für einen grösseren Kreis interessierter Gäste gedacht? Darf ich Sie schliesslich bitten, bei Ihrer Prager Reise mein Gast zu sein?«3
Aichhorn antwortete Fenichel am 3. Februar 1936, dass er es vorziehen würde, am 29. Februar nach Prag zu kommen.
Was das Thema anbelangt, würde ich ganz gerne über die Anwendung der Uebertragung in der Erziehungsberatung und bei der Behandlung Verwahrloster sprechen. Ich habe gegen einen grösseren Kreis interessierter Gäste (nicht nur Analytiker), nichts einzuwenden, nur bitte ich, mich hievon noch r