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Es war das Jahr 1938. Nach dem XV. Internationalen Psychoanalytischen Kongress im August in Paris wurde klar, dass für tschechoslowakische Analytiker der Weg ins Ausland offen war, und deswegen begann die Mehrheit der in Prag niedergelassenen Analytiker angesichts der Weltereignisse eine neue Heimat zu suchen. Der Leiter der Prager Gruppe, Dr. O[tto] Fenichel, war schon im Mai 1938 nach Los Angeles emigriert; ihm folgten Dr. H[anna] Heilborn, Dr. H[einrich] Löwenfeld (der unter dem Pseudonym Benda »Psychologie des deutschen Faschismus« veröffentlicht hatte), derzeit in New York, Dr. Annie Reich (Autorin des Buches Zur Geschlechtserziehung des Kindes) und C[hristine] Olden, beide gegenwärtig in New York. Die Gesellschaft für das Studium der Psychoanalyse wurde aufgelöst, und im Dezember 1938 verließ ihr letzter Vorsitzender und erstes tschechisches Mitglied der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung, Dr. Emanuel Windholz, die Heimat. Er ging nach Oakland in Kalifornien und ist jetzt Dozent der Psychoanalyse in San Francisco. Im Januar 1939 machte der Kinderanalytiker Dr. R[ichard] Karpe mit seiner Frau M[arietta] Karpe, einer tschechischen Kunstwissenschaftlerin (beide jetzt in Hartford, Connecticut), den Weg über den Ozean. Der Übersetzer von vielen Freud Arbeiten, Dr. Ota Friedmann, ist nach England gegangen.
Aus der Prager Psychoanalytischen Gruppe blieben auf dem Gebiet der Republik die Kinderanalytikerin Stefanie Bornstein-Windholz, der Neurologe Dr. Jan Frank, Dr. Otto Brief (Allgemeinarzt in Olmütz), die Kinderanalytikerin Dr. Therese Bondy und der Autor dieser Zeilen. Die Psychoanalytiker trafen sich privat und diskutierten über Bleiben oder Nicht-Bleiben. Es kam der 15. März 1939 (Tag der Besetzung der ČSR durch Hitler). Dr. Brief versuchte, nach Holland zu flüchten, wurde aber an der Grenze von den Nazis festgenommen, kam erst ins Gefängnis und dann ins KZ Dachau. Er hat Jahre im KZ gelitten und starb 1943 im KZ Buchenwald. Die Teilnahme an antideuts