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Der Name des Psychiatrieprofessors Ferdinand Knobloch, der bis 1969 in Prag tätig war und nach seiner Emigration eine neue Heimat in Vancouver, Kanada, fand, ist bei der Darstellung der Nachkriegsgeschichte der Psychoanalyse in der Tschechoslowakei nicht zu übersehen. Auf dem Weg von der Psychoanalyse während der Kriegszeit wuchs seine Überzeugung von der Nützlichkeit der Integration im Bereich der Psychotherapie. Das von ihm ins Leben gerufene System wird heute allgemein »Integrierte Psychotherapie« genannt. Er beeinflusste eine ganze Generation von
Psychotherapeuten, nicht nur in der damaligen Tschechoslowakei. Seine Gedanken waren durchweg international übergreifend. Dank seiner Fähigkeiten und seines Ehrgeizes hat er die psychoanalytischen Ideen und das psychodynamische Denken (mit seiner eigenen Terminologie) in ein kohärentes psychotherapeutisches System überführt, das unter den Bedingungen des verstaatlichten Gesundheitssystems der frühen 1950er-Jahre angewandt wurde. Dies alles geschah unter praktischem Druck, da die Psychoanalyse für das kommunistische Regime ideologisch inakzeptabel war. Für die Leser in Deutschland stellt sich die Frage, ob man in der Geschichte der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG) nach 1938 und nach 1949 in der DDR eine ähnliche Erfahrung des Totalitarismus finden kann.
Ferdinand Knobloch (1916-2018)