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Die Briefe, die Jean-Martin Charcot seinem ehemaligen Schüler und Hospitanten an der Clinique de la Salpêtrière, Sigmund Freud, geschrieben hat, werden heute in der Library of Congress in Washington aufbewahrt. Dank der erfolgten Digitalisierung kann man die Originale inzwischen auch online einsehen.2 Freud hat diese Briefe
Mit Dank an Michael Schröter für die kritische Durchsicht des Manuskripts und daraus folgende Anregungen.
aufbewahrt und 1938 ins Exil nach London mitgenommen. Auf ihre Existenz hat erstmals J. M. Masson, der Herausgeber von Freuds Briefen an Wilhelm Fließ (Freud 1986), in einem eigenen Buch hingewiesen. Er schreibt darin, dass er ab 1980 am letzten Wohnsitz von Freud in London mit Erlaubnis von Anna Freud freien Zugang zu allen Dokumenten hatte, und fährt fort (Masson 1984, S. 10):
In einem großen schwarzen Schrank vor Anna Freuds Schlafzimmer fand ich viele bislang unbekannte Briefe an und von Freud aus derselben Zeit3 - einen Brief von Fließ an Freud, mehrere Briefe von Jean-Martin Charcot an Freud und von Freud an Joseph Breuer, an seine Schwägerin Minna Bernays, seine Frau Martha und ehemalige Patienten.
Die Briefe von Charcot wurden dann 1988 von Alain de Mijolla im französischen Wortlaut und von Toby Gelfand auf Französisch mit englischer Übersetzung publiziert und kommentiert. Der Artikel von Gelfand, einschließlich der Charcot-Briefe, wurde 2009 auch auf Italienisch veröffentlicht. Eine deutsche Übersetzung der Briefe gab es bisher nicht, mit Ausnahme kurzer Auszüge, die in der deutschen Bearbeitung der Fließ-Briefe von Michael Schröter (Freud 1986) an einzelnen Stellen zu finden sind. Die hier präsentierte deutsche Übersetzung stellt eine Ergänzung meiner Arbeit »»Vive la liberté!!, comme on dit chez nous.« Freud übersetzt Charcot« in Luzifer-Amor 69 dar (Sauvant 2022).
Der hohe Stellenwert von Jean-Martin Charcot in Freuds beruflicher Laufbahn ist